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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

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So ticken die Deutschen wirklich – Content Formate, die gut ankommen

Ohne groß drum herum zu reden, verrate ich es Ihnen direkt: Es sind Email Newsletter, Texte und Bilder.

Sie fragen sich sicherlich – und meiner Meinung nach auch zu Recht – ob ich mich grade ins Jahr 2008 verirrt habe. Denn genau das habe ich auch gedacht. Bei den inzwischen fast unendlich vielen Möglichkeiten Informationen einzuholen stehen wir Deutsche immernoch auf Emails und Texte?

Gut, wenn wir in einem stillen Moment einmal ganz ehrlich zu uns selbst sind, dann müssen wir wohl oder übel zugeben, dass wir altmodisch sind. Vor allem was die digitale Informationsbeschaffung im B2B-Segment angeht.

Neue Studie zu den globalen Content-Vorlieben von HubSpot

Für diese Studie hat HubSpot 3.010 Personen in den USA, Kolumbien, Mexiko und Deutschland befragt. Das allgemeine Endergebnis des „Content Trends: Global Preferences“ ist ganz deutlich: Video-Content ist der klare Sieger.

Global betrachtet, ist Video das beliebteste Content Format.

Allerdings gilt das nicht für Anzeigen. Diese sind durchschnittlich beliebter, wenn sie als Bild eingesetzt werden.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Deutschen bei vielen Fragen genau gegenläufig zu den moderneren Trends (Video, Smartphone etc.) abgestimmt haben. Nur bei „altmodischen“ Formaten sind sie immer ganz vorn mit dabei und liegen hier meist über dem Durchschnitt.

Die Deutschen nutzen vor allem Emails und Newsletter

Schauen wir uns die (Content-) Vorlieben der Deutschen einmal genauer an

Deutsche surfen über Desktop und Laptop Computer

Laut der HubSpot Studie nutzen 53% der Befragten zum Surfen ihren Desktop oder Laptop Computer. Damit liegen wir 10% über dem Durchschnitt der Computer-Nutzer.

Deutsche sitzen vor allem am Desktop oder Laptop

Dieser Trend gilt natürlich vor allem für Rechercheaktivitäten im B2B-Bereich, der nicht nur von HubSpot festgestellt wurde. Auch Statista veröffentlichte für letztes Jahr eine Studie, bei der 97% der Befragten angaben berufliche Recherchen über einen Desktop / Laptop zu betreiben.

Laut Statista benutzen die Deutschen fuer berufliche Recherchen hauptsaechlich Desktop oder Laptop Computer

Digitale Informationsbeschaffung in Deutschland: wir lassen uns gern beliefern

Deutschland liegt bei den Content-Arten, die es von Unternehmen oder Marken sehen will quasi grundsätzlich unter dem Durchschnitt aller befragten (s. Abbildung oben „What kind of content do you want to see from a brand or business you support?“).

Nur beim Thema Emails / Newsletter liegen wir 4% über dem Durchschnitt.

Und auch bei der Frage, wie wir über Neuigkeiten informiert werden möchten, liegen wir mit 31% bei der Nutzung von Email Newslettern über dem Durchschnitt von 27%. (Hier muss ich uns allerdings ein bisschen Modernität zugestehen: Wir liegen auch ein Prozent über dem Durchschnitt für mobile Notifications 😉 )

Auch was News angeht mögen die Deutschen lieber Emails als Google

Allerdings wird mit diesem Chart auch deutlich, dass wir uns lieber mit News beliefern lassen, als aktiv danach zu suchen. Und soziale Kanäle nutzen wir offenbar hauptsächlich um mit anderen in Kontakt zu bleiben, anstatt dort Marken oder Unternehmen zu folgen und die neusten Informationen zu erhalten.

Die Deutschen lieben es auf einen Blick: online Anzeigen bitte per Abbildung

Und dabei war diese Zahl nicht einmal die überraschendste für mich. Klar, eine gute Bild-basierte Anzeige können wir im Vorbeigehen bzw. im Vorbei-Scrollen erfassen, da der Mensch ein visuelles Wesen ist. Darum bleiben und Bilder auch eher im Gedächtnis.

Menschen koennen sich Gesehenes besonders gut merken

Dass wir hier 4% über dem Durchschnitt und bei Video-Content 13 darunter liegen, hat mich nicht allzu stark überrascht (s. Abbildung unten). Auch, dass wir Video-Anzeigen als besonders lästig empfinden und aufgrund dessen schon einmal eine Seite aufgrund einer solchen Anzeige geschlossen haben, kann ich persönlich in jedem Fall nachvollziehen.

Viel Interessanter finde ich, dass die Deutschen das Feld der textbasierten Anzeigen ganz deutlich anführen. Ganze 9% liegen wir hier über dem Durchschnitt.

Textbasierte online Anzeigen sprechen die Deutschen eher an

Die Deutschen stehen also auf Zahlen, Daten und Fakten. Und zwar nicht nur in Kurzform, sondern (jetzt auch mit Bezug auf die Email Newsletter von oben) gerne auch ausführlicher und auf einem Silbertablett serviert 😉

Was heißt das für Ihr Content Marketing in Deutschland?

1. Richten Sie in jedem Fall einen Email Newsletter ein

Geben Sie Interessenten die Möglichkeit Updates über Ihr Unternehmen und Ihre Aktivitäten zu abonnieren. Wenn Sie einen Blog betreiben, sollten Sie ihn ebenso zum Abo und auch als RSS-Feed anbieten, damit Interessenten sich nur einmal anmelden müssen und Ihre Neuigkeiten von dem Moment an automatisch erhalten.

2. Schreiben Sie Texte

Und zwar natürlich relevante und hilfreiche Texte, die Ihre Buyer Persona ansprechen.

Das ist auch für Ihre Sichtbarkeit in den Suchergebnissen wichtig, damit die Deutschen Sie bei Ihren Recherchen auch finden können.

Auch wenn es zwischenzeitlich heißt Whitepaper oder eBooks sind nicht mehr im Trend: Wie wir gesehen haben, mögen wir in Deutschland Texte und Bilder. Was könnte also besser sein Ihrer deutschen Buyer Persona ein Thema zu erklären als ein Whitepaper, ein eBook oder ggf. auch eine Präsentation?

3. Wenn Video, dann mit Transcript

Wenn Sie trotzdem auf den aktuellen Trend Video aufspringen möchten, dann würden wir vorschlagen wollen, dass Sie immer auch ein Transkript dessen veröffentlichen. So sind Ihre Inhalte nicht nur noch besser in den Suchergebnissen vertreten; die altmodischen Deutschen können die Informationen auch noch einmal nachlesen.

4. Bieten Sie mobile Möglichkeiten

Nur weil viele Deutsche „altmodisch“ sind und sich beruflich noch nicht ständig auf Smartphones oder Tablets herumtreiben, sollten Sie die „moderneren“ nicht ausschließen. Ihr Onlineauftritt sollte in jedem Fall responsiv sein.

Zum einen werden Ihre Seiten dann von Google besser bewertet. Und zum anderen besteht ja noch die Hoffnung, dass die Deutschen mal den Absprung ins 21. Jahrhundert schaffen – dann sind Sie schon bestens darauf vorbereitet 😉
 
 

Download PDF: Die B2B-Inbound-Content-Marketing-Methode
 
 
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