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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

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Welche Social Media Kanäle Sie für eine erfolgreiche Marketing Strategie brauchen und warum es nicht unbedingt viele sein müssen

Es kommen immer wieder neue Social Media Kanäle auf den Markt. Manche verschwinden nach einigen Jahren wieder – denken Sie nur an Studi- und MeinVZ oder ICQ. Andere halten sich in bestimmten Nischen. Und wieder andere schaffen es, sich dauerhaft einen Platz unter den „Großen“ zu sichern. Diejenigen, die es dorthin schaffen, bspw. SnapChat und Instagram, werden entsprechend auch als neue Marketingkanäle angepriesen.

Sie kennen das.

Und mit jedem neuen Kanal wird sich mit Sicherheit in vielen Marketingabteilungen zurecht gefragt: Müssen wir das auch machen?

Bevor ich diese Frage aber mit einem klaren „Kommt drauf an“ beantworte und das weiter ausführe, möchte ich allgemein auf den Stand im von Social Media eingehen.

 

Was Sie in diesem Artikel lesen können:
Social Media als Kommunikationskanal heute
Kommunikation über soziale Kanäle in der näheren Zukunft
Zurück zur Ausgangsfrage: Sollten Sie Ihrem Marketingmix neue Kommunikationskanäle hinzufügen?

 

State of Inbound 2017

Heute veröffentlicht HubSpot seine jährliche Studie zum Stand des Inbound Marketings weltweit. In diesem Jahr geht es aber nicht mehr nur darum, wie Marketingmitarbeiter die aktuelle Situation einschätzen und sich die Zukunft vorstellen. Es wird auch ausführlich besprochen, wie sich das veränderte Kaufverhalten auf den Vertrieb auswirkt und was die Kollegen von dort dazu sagen.

Als HubSpot Gold Partner haben wir schon verfrüht Einblick in den Bericht bekommen und ihn auf die Fragestellung hin angesehen, ob es nötig ist, neue Marketingkanäle in den Marketingmix einzubinden.

Social Media als Kommunikationskanal heute

Social Media ist inzwischen ein fester Bestandteil der meisten Marketing Strategien. Und für manche Unternehmen lohnen sich die Kanäle auch ganz deutlich. Allerdings gibt es bei Facebook und Co. immer wieder Änderungen im Algorithmus, die beeinflussen, was User angezeigt bekommen. Und im Endeffekt läuft es natürlich darauf hinaus, dass Sie als Unternehmen auch dort Anzeigen schalten müssen, um Ihrer Buyer Persona zuverlässig angezeigt zu werden.

Auch diese Unternehmen wollen Geld verdienen

Darum ist es nicht unbedingt überraschend, dass 13% der Teilnehmer an der Studie organische Reichweite über soziale Kanäle als überbewertet ansehen. Was ich wiederum überraschend finde, ist, dass offenbar auch Ads mit 11% nicht gut ankommen bzw. wohl nicht zu dem Ergebnis führen, dass sich Marketer davon versprechen.

Ueberbewertete Marketing-Taktiken laut HubSpots State of Inbound 2017

Angeführt wird das Feld der überbewerteten Marketing Taktiken mit 32% zwar vom klassischen Print Marketing, aber mit insgesamt 24% ist Social Media nicht allzu weit entfernt.

Im Endeffekt wollen natürlich auch Facebook und Co. Geld über ihre Plattform verdienen. Also wird die gewünschte Reichweite so sehr eingeengt, dass im Endeffekt nur der Griff in den Geldbeutel dafür sorgen kann, dass auch über diese Kanäle relevante Leads generiert werden können. Wenn Sie also nicht bereit sind dafür zu bezahlen, eignet sich diese Kommunikationskanäle wohl eher zur Kontaktpflege, als zur Generierung.

Klassische Kommunikationskanäle bleiben an der Spitze

HubSpot wollte von den Befragten unter anderem auch wissen, wie sie am liebsten kommunizieren, wenn es um geschäftliche Themen geht. Hier hebt sich auch heute noch ganz deutlich die Email mit 86% von allen anderen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme ab – gefolgt von persönlichen Gesprächen (Face-to-face 60%, Phone 56%).

Deutlich wird in dieser Grafik aber auch, dass Social Media und Messaging Apps auf dem Vormarsch sind, immerhin gehören sie jeweils schon bei über einem Drittel der Befragten dazu (Social Media 39%, Messaging Apps 31%).

Bevorzugte Kommunikationskanaele fuer berufliche Themen

Zum einen ist es natürlich inzwischen so, dass die Email den Brief weitestgehend abgelöst und die Kommunikation beschleunigt hat. Auf der anderen Seite werden, wie ich auch selbst schon oft erfahren durfte, persönliche Gespräche immer noch sehr geschätzt. Was wohl vor allem daran liegt, dass Gesprächspartner direkt auf die Aussagen des anderen reagieren können und die Zusammenarbeit teilweise entsprechend einfacher ist.

Gleichzeitig ist das für mich aber auch der Grund, weshalb Messaging Apps inzwischen von 31% der Teilnehmer genutzt werden, um mit (potentiellen) Kunden zu kommunizieren. Das „Gespräch“ findet in Echtzeit statt und der Interessent oder Kunde muss nicht warten, bis seine Email ganz oben im Posteingang des Services angekommen ist; oder bis jemand ihn von der Warteschleifenmusik des Servicetelefons erlöst.

Diese Unterhaltung in Echtzeit setzt aber auch voraus, dass Sie mindestens eine Person unter Ihren Mitarbeitern und Kollegen haben, die immer erreichbar ist und auf eingehende Fragen antwortet. Sie können diese Aufgabe sicherlich auch auf einen Teil der Mitarbeiter aufteilen, das kann aber dazu führen, dass sie sich in ihrem normalen Arbeitstag gestört fühlen oder sogar ihre Leistung nachlässt.

Möchten Sie einen solchen Service anbieten, sollten Sie vorher ganz klar definieren, wer wann auf Anfragen über eine Messaging App (oder evtl. auch auf welche aus Ihren Social Media Kanälen) antwortet und wie damit umgegangen werden soll.

Schön ist im State of Inbound auch zu sehen, dass sich die Präferenzen des Kommunikationskanals von der Tendenz her von Geschäftsführern bis zu einzelnen Mitarbeitern kaum unterscheidet. Die einzige deutliche Abweichung bei den Mitarbeitern, nämlich die Präferenz von Social Media (37%) vor Video Konferenzen (32%) könnte zum einen daran liegen, dass Konferenzen wie diese vielleicht eher ab dem Managerlevel vorkommen. Oder, weil die Kommunikation über soziale Kanäle etwas informeller erfolgen kann.

Bevorzugte Kommunikationskanaele nach Level

Kommunikation über soziale Kanäle in der näheren Zukunft

Trotz der anfallenden Kosten, um über Facebook Leads und Kunden zu generieren, wollen im Vergleich zum letzten Jahr 7% mehr Facebook Videos zu Ihren Kommunikationskanälen hinzufügen. Was auf der einen Seite sicherlich daher rührt, dass visueller Content beliebter ist, da er für Interessierte einfacher und schneller zu verarbeiten ist, als reine Textbeiträge.

Geplante neue Kommunikationskanaele in der Zukunft

Was auch den deutlichen Anstieg von Instagram in dieser Grafik erklärt: Leads und Kunden haben kaum noch die Zeit (oder nehmen sie sich nicht), um ausführliche Berichte zu lesen – die auf sozialen Plattformen aufgrund ihrer Länge eh unpassend sind. Auf diesen Kanälen muss das wichtigste mit einem Blick erfasst werden können und dann entweder Neugierde und Interesse wecken oder nicht.

Auf der anderen Seite ist Facebook für den Vertrieb mit 12% der soziale Kanal, über den am meisten potentielle Kunden erreicht werden. Womit der Ausbau dieses Kanals eine logische Konsequenz ist. Alle anderen Formate bzw. Kanäle sind im Schnitt uninteressanter geworden.

Kanaele ueber die der Vertrieb erfolgreich ist

Zurück zur Ausgangsfrage: Sollten Sie Ihrem Marketingmix neue Kommunikationskanäle hinzufügen?

Wie ich bereits zu Beginn sagte, ist die klare Antwort „Kommt drauf an“.

Marketing ist kein Wettstreit, welcher aus Ihrer Gruppe von Wettbewerbern der „Coolste“ ist, wer die lustigsten Witze reißt oder wer die meisten Social Media Kanäle hat. Der beste Kanal und die beste Strategie bringen Ihnen nichts, wenn Ihre Buyer Persona sich dort nicht informiert.

Worauf kommt es jetzt also an?

Welche Kanäle nutzt Ihre Buyer Persona?

Bei der Überlegung, ob und wenn ja welche Kanäle Sie Ihrer Kommunikationsstrategie hinzufügen sollten, sollten Sie in jedem Fall und als aller erstes einen Blick auf Ihre Buyer Persona werfen.

Eine Buyer Persona entwickeln Sie nicht nur einmal und meißeln sie dann in Stein. Sie setzt sich aus den Aussagen Ihrer Kunden zusammen, sodass sie immer in Bewegung sein und sich immer wieder leicht verändern kann.

Darum sollten Sie regelmäßig Interviews führen, um zeitnah herauszufinden, ob sich etwas geändert hat. Bspw. sollten Sie in jedem Fall fragen, welche Quellen Ihr Gesprächspartner nutzt, um sich zu informieren und ggf. Produkte und / oder Erfahrungen zu vergleichen. Und zwar mit einer offenen Frage, ohne Ihren Gesprächspartner durch bestimmte Vorschläge zu beeinflussen.

An dieser Stelle ist es dann an Ihnen ganz speziell nach Social Media Kanälen zu fragen. Vergessen Sie aber nicht zusätzlich zu betonen, dass Sie diejenigen meinen, die Ihr Gesprächspartner nutzt, um sich zu Informieren.

Sind Sie im B2B oder B2C Segment unterwegs?

Bei dieser Frage ist es selbstverständlich entscheidend, ob Sie B2B- oder B2C-Lösungen anbieten. Im ersten Bereich sollten Sie Ihre Persona ganz deutlich danach fragen, welche Kanäle sie bei der Recherche zu professionellen bzw. beruflichen Fragestellungen zu Rate zieht. Denn, Ihre Marketingaktionen in diesem Fall auf Netzwerke auszurichten, die für private Zwecke genutzt werden, würde sehr wahrscheinlich als störend empfunden.

Im B2C-Bereich ist das natürlich eine ganz anderen Kiste; hier sollten Sie in jedem Fall in Erfahrung bringen, welche Kanäle Ihre Persona privat nutzt.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn: Ob Sie einen neuen Kommunikationskanal in Ihre Marketingstrategie aufnehmen sollten oder nicht, kommt darauf an, über welche Netzwerke Ihre Buyer Persona sich informiert und in welchem Marktsegment Sie unterwegs sind.

Was Sie zusätzlich aber auf keinen Fall tun sollten, ist neue Trends komplett außer Acht zu lassen. Damit Sie Ihre Buyer Persona problemlos erreichen können, sollten Sie den neusten Möglichkeiten wenigstens ein paar Minuten Aufmerksamkeit schenken und regelmäßig überprüfen, ob sie diesen Kanal nutzt.

Mehr zum Stand von Inbound Marketing und den dazugehörigen Unterkategorien erfahren Sie im neuen State of Inbound Report von HubSpot.

Beitragsbild: Wokandapix auf pixabay

 

 

soi2017report

 

 

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