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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

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Bewahren Sie Ihre Menschlichkeit – kombinieren Sie Outbound und Inbound Marketing Aktivitäten

„Es gibt viele Arten von Vampirismus“, gab Emily zur Antwort. „Wittgenstein erklärte mir, dass die meisten Menschen Vampire sind. Sie stehlen dir Zeit und Kraft. Belästigen dich mit unwichtigen Dingen. Sind egozentrisch und fragen niemals nach dem Wohlbefinden der anderen.“
(Christoph Marzi, LYCIDAS, S. 458)

Es passiert mir doch immer wieder, dass ich völlig unverhofft auf Ideen für Blogartikel stoße. So wieder einmal, als ich die Nase ganz tief in einem Buch vergraben hatte.

Christoph Marzis Beschreibung von Vampirismus hat bei mir direkt eine Assoziation zu reinem Outbound Marketing ausgelöst.

In diesem Artikel geht es also darum, warum Sie ein Vampir sind, wenn Sie reines Outbound Marketing betreiben. Und wie Inbound Marketing Sie davor schützen kann zu einem Untoten zu werden.

Rollen wir die Definition mit Blick auf eine Großzahl von Outbound Kampagnen einmal von hinten auf:

Nicht nach dem Wohlbefinden der anderen fragen

Vampire – also echte blutrünstige Vampire, nicht die weich gewaschene Version aus Twilight – interessieren sich nicht dafür, wie es ihrem Gegenüber geht. Oder was es grade beschäftigt. Sie wollen es nur für ihre Zwecke nutzen, nämlich, sich an ihm bereichern.

Mit outbound Kampagnen ist es ähnlich: Die Anzeigen, Werbespots oder teilweise auch Banner werden zu einer bestimmten Zeit geschaltet oder aufgrund einer vorigen Handlung wieder angezeigt. Dabei wird nicht bedacht, ob die Informationen in dem Moment zum Gemütszustand es Empfängers passen oder nicht. Was zusätzlich hervorragend mit folgendem Teil der Definition übereinstimmt: „Belästigen dich mit unwichtigen Dingen.“

(Im Endeffekt ist das ja auch gar nicht möglich, weil dann jeder sein eigenes Fernseh- oder Radioprogramm haben müsste – weshalb Anbeiter wie Amazon Prime oder Netflix ja grade boomen. Aber das führt jetzt zu weit…)

Und da die Nachrichten und Informationen so eher selten das Gefühl vermitteln, der Absender interessiere sich tatsächlich für den Empfänger, scheint es so, als wollte er ihn „ausnehmen“. In dem Fall ist die Währung natürlich Geld und nicht Blut, aber die viele Menschen sind mit beidem eher knausrig.

Interessieren Sie sich ehrlich:

Inbound Marketing basiert auf Buyer Personas, statt auf Zielgruppen. Diese werden über Interviews mit bestehenden Kontakten und Kunden ermittelt, sodass die Aussagen über die Buyer Persona von ihr selbst kommen.

In den Interviews wird unter anderem ganz spezifisch danach gefragt, warum und unter welchen Umständen und Bedingungen grade nach Informationen zu einem Produkt oder einem Service wie Ihrem gesucht wird. Es geht also ganz bewusst darum herauszufinden, in welcher Situation sie sich befindet, um sie tatsächlich nur im passenden Moment anzusprechen.

Nur über sich selbst nachdenken und sprechen

Egal, ob Sie es mit animalischen Untoten zu tun haben, oder ob es mysteriöse Zeitgenossen sind, diese Wesen haben eins gemeinsam: sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Ob diese aus Angst oder Neugierde heraus entsteht ist irrelevant. Für sie geht es darum, wie sie am besten, am schnellsten oder vielleicht auch am unauffälligsten an frisches Blut gelangen, um „weiterleben“ zu können. Ihr „Lebenserhaltungstrieb“ ist dadurch sehr ausgeprägt und für andere Themen kein Platz.

In vielen outbound Kampagnen wird ausschließlich ein Produkt oder eine Leistung beworben, indem darüber gesprochen wird, wie toll, praktisch oder günstig dieses Angebot ist. Die Zielgruppe spielt selbstverständlich in der Entwicklung der visuellen oder auditiven Aufmachung eine große Rolle. Der Fokus der Kommunikation ist im Endeffekt doch meist produkt- bzw. angebotszentriert.

Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihre Persona:

Die Umsetzung einer Inbound Marketing Strategie zielt darauf ab, Interessenten mit den bereitgestellten Inhalten zu helfen. Verfolgen Sie diese Methodik, rückt das Produkt oder die Dienstleistung von der NoFu bis zur MoFu Ebene Ihres Funnels in den Hintergrund. Die Kommunikation ist also vollkommen personazentriert.

Erst, und nur dann, wenn Ihre Leads schon soweit genurtured bzw. geschult sind, dass sie am unteren Ende Ihres Funnels angekommen sind, wird eine produktbezogene Lösung angeboten. Aber auch hier steht die Information und die Weiterbildung der Kontakte im Vordergrund, nicht das Angebot selbst.

Zeit stehlen

Vampire stehlen ihren Opfern die Lebenszeit. Sie saugen ihnen das Blut aus, um selbst „weiterleben“ zu können. Am Ende bringen sie sie dadurch um.

Anzeigen oder Werbespots vor Videos (wie häufig auf Youtube) oder ganzseitige Banner auf normalen Internetseiten, stehlen uns im Endeffekt auch Lebenszeit: Wir erhalten nicht direkt die Informationen, die wir uns gewünscht haben, sondern sind gezwungen einige Sekunden an Inhalte zu verschwenden, die uns nicht interessieren.

Bieten Sie angenehme Erfahrungen:

Besser und für Interessenten eine schönere Erfahrung ist es, wenn Inhalte sofort verfügbar sind und zwar dann, wenn sie wirklich gebraucht werden. Dann verbringen Interessierte gerne Zeit auf Ihrer Seite und bauen Vertrauen zu Ihnen auf, weil Sie helfen, ohne eine monetäre Gegenleistung dafür zu verlangen.

Fazit

Reines Outbound Marketing macht Sie heutzutage auf Dauer zu einem unbeliebten Untoten. Die Käufer von heute reagieren nicht mehr so wie früher auf Plakate oder Spots, weil sie Aussagen von Unternehmen erst einmal misstrauisch gegenüberstehen. Da wird in den meisten Fällen erst einmal in Ruhe das Internet befragt, bevor konkret Kontakt aufgenommen wird.

Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Sie Mistgabel, Weihwasser und Pflock herausholen und Ihr gesamtes Outbound Marketing ausrotten müssen. Es gibt einen durchaus gut funktionierenden Kompromiss.

Die besten Beispiele dafür sind Angel und Spike aus Buffy: Vampire, die Ihre Seelen zurück erhalten haben und daher keine Menschen mehr angreifen wollen / können.

Sie können mit sehr gezielten – und auf Ihrer Buyer Persona beruhenden – outbound Kampagnen das Interesse Ihrer Personas wecken und sie so zu Ihren für sie relevanten Inhalten lenken.

Beitragsbild: Three-shots auf pixabay

 

Download PDF: Die B2B-Inbound-Content-Marketing-Methode

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