Blog

In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

best-of-content-marketing.png

Crème de la Crème 10/17: Das richtige Hineinversetzen in Personas, Influencer als neue Testimonials und Zalandos Provokation

Weshalb Personas nicht gleich Zielgruppe mit Bild sind

Der Zielgruppe lediglich ein Bild und Namen geben – das ist genau das was Mael Roth nicht will. Und ich auch nicht. In Maels neuem Blogbeitrag wird sehr unterhaltsam und gleichzeitig einleuchtend vor Augen gehalten, was so wichtig an Personas ist. Dies ist, wenn Sie sich schon mal mit Content Marketing beschäftigt haben, an sich nichts Neues, sondern sollte selbstverständlich sein. Da es aber in den meisten Unternehmen trotzdem noch nicht richtig umgesetzt wird, erläutert Mael das Prinzip der Buyer Persona noch einmal verbildlicht.

Neben dem dänischen Hypevideo über Gruppendynamik benutzt Mael sein ganz eigenes Beispiel: Stellen Sie sich einen 60-Jährigen Mann vor, der recht gut verdient und gerne Zeit mit der Familie verbringt. Danach werden zwei Bilder gezeigt: Prince Charles und Ozzy Osbourne. Beide passen zu dieser Beschreibung. Alles klar, leuchtet ein, Einkommen, Geschlecht und Werte führen nicht zielführend zu einer spezifischen Persona.

Wie Sie dahin kommen wird im Artikel leider nicht aufgezeigt.

Dabei fällt mir eine Geschichte meines Design Thinking Dozenten ein. Er erzählte von Marketern, die sich in das Leben von Rollstuhlfahrern hineinfühlen wollten. Da haben sie sich gedacht sie setzen sich in einen Rollstuhl und kleben sich Gewichte an die Beine. Und erwarteten genau das zu empfinden, was ein Rollstuhlfahrer fühlt.

Natürlich ist das völliger Blödsinn. Warum sollten sie das wissen? Schließlich war klar, dass der Test zwei Stunden dauert und sie dann nach Hause gehen können. Ihnen fällt zwar auf, dass es schwierig ist ins Haus zu kommen oder etwas aus dem Schrank zu holen – aber das wissen wir auch ohne dass wir uns in einen Rollstuhl setzen.

Wie können wir herausfinden wie sie sich wirklich fühlen?

Indem wir mit ihnen reden. Nein, keine riesige Umfrage per Post, oder ein kurzes Interview auf der Straße, sondern indem wir mit ihnen reden. In diesem Fall könnte man sie einen ganzen Tag lang begleiten. So erfährt man von ihren Sorgen, Problemen und Bedürfnissen. Bedürfnisse, das ist dann auch wieder das Schlagwort dass Mael als Leitwort nannte.

Und so ist das auch mit Personas. Es reicht nicht aus, lediglich ein Bild rauszusuchen, dass zur Zielgruppe passen könnte. Sie müssen sich mit echten Menschen unterhalten, um immer spezifischer eine Persona entwickeln zu können, die wirklich passt.

 

Influencer vs Testimonials

Gerade eben waren es noch Testimonials, jetzt sind es die Influencer. Im Zeitalter der sozialen Medien hat sich viel getan. Die, die wirklich beeinflussen sind eben nicht mehr Kate Moss und Brad Pitt. Wir wissen alle, dass sie dafür bezahlt werden zu sagen, sie benutzen ein bestimmtes Shampoo – und benutzen es sowieso nicht.

Aber wenn Dagibee, das Mädchen von nebenan, das die beste Freundin von jedermann sein könnte oder der Technerd, der alles Mögliche testet und bewertet, mir etwas empfiehlt, dann glaube ich das. Natürlich werden sie auch bezahlt, aber wir Konsumenten schreiben ihnen eine gewisse Integrität zu – dass sie sich eben nur von denen bezahlen lassen, die sie wirklich gut finden.

Lukas Schneider und Oguz Yilmaz haben im t3n Blog einen ausführlichen Post darüber geschrieben, was denn nun die Vorteile gegenüber der Testimonials sind. Dabei gibt es auch eine interessante Abwägung darüber, ob es sinnvoller ist große Influencer wie Dagibee zu engagieren oder doch lieber den Tech-Nerd, der noch etwas glaubwürdiger und gleichzeitig günstiger ist.

 

Marketing à la Trump

„User First“

„Make content marketing  great again.“

Da kommt uns doch etwas bekannt vor…

Ja, bei der Vorstellung seiner Content Marketing Strategie auf dem Searchmetrics Summit 2017 in Berlin provoziert Zalando ganz bewusst. Und Niklas Lewanczik fasst dies kompetent für uns zusammen.

Neben den 4 pillars of content marketing werden auch die Projektkriterien präsentiert. Ihre genauen Vorstellungen waren vor allem für mich als Neuankömmling in der Marketingwelt sehr interessant. Laufzeiten verkürzen, spontaner sein, ein Zusammenarbeiten von verschiedenen Abteilungen. Das sind gute Pläne – die Zalando auch schon erfolgreich umgesetzt hat: Ein Yoga-Magazin mit Tutorials und entsprechenden Produktvorschlägen kommt bei den Kunden gut an. Das ist gut für Zalando und gut für Content Marketing.

Ein großes Unternehmen, das sich dem Konzept im Gesamten hingibt: dies sollte der letzte Beweis für die letzten Skeptiker sein, dass Content Marketing die Zukunft ist. User First, das ist auch unsere Devise. Es gibt nun einen customer-basierten Markt, also muss man auch customer-basiert denken und sein.

Der richtige Content, richtig umgesetzt, führt zum Erfolg. Dabei reicht es nicht aus, einmal im Monat einen Blogbeitrag zu schreiben und das als Content Marketing zu deklarieren.

 




P.S.: Ihnen gefällt unser Wochenrückblick? Abonnieren Sie unsere Blog-News und erhalten Sie einmal wöchentlich die aktuellen Beiträge per E-Mail.




Anna HellmannCrème de la Crème 10/17: Das richtige Hineinversetzen in Personas, Influencer als neue Testimonials und Zalandos Provokation
Teile diesen Artikel

Diskutiere mit