Blog

In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

Schreibstil-fuer-Unternehmensblog.png

Wie der Schreibstil für Ihren Unternehmensblog sein sollte? – Zuerst korrekt und danach einzigartig.

Beitragsbild von Unsplash auf Pixabay

Eines der wichtigsten Elemente Ihres Unternehmensblogs ist Ihr Schreibstil bzw. Ihre Stimme. Sicher, das Design Ihres Blogs und die Herangehensweise an, Ihr Blick auf die Themen Ihrer Branche unterscheiden Sie von Mitbewerbern. Was Sie aber wirklich einzigartig macht, ist die Art und Weise, wie Sie Ihre Gedanken ausdrücken.

Und obwohl „schreiben Sie so, wie sie sprechen“, oder „bringen Sie etwas Persönlichkeit in den Text“ wichtige Daumenregeln sind, um Ihren Unternehmensblog stilistisch einzigartig zu machen, gibt es Regelwerke, die immer noch über allem stehen sollten: eine korrekte Rechtschreibung und eine fehlerfreie Grammatik.

Ich möchte nicht behaupten, dass ich perfekte Texte schreibe und keine Fehler mache. Die mache ich ganz bestimmt. Aber es gibt einfach ein paar grundlegende Dinge, die Sie beachten sollten.

Warum ist es für Ihren Unternehmensblog grundsätzlich wichtig einen regelkonformen Schreibstil zu haben?

Ganz einfach: weil Sie über den Stil der Artikel ein Bild Ihres Unternehmens nach außen tragen. Stellen Sie sich vor, ein solcher Artikel der erste Kontaktpunkt zwischen Ihrem Unternehmen und einem potentiellen Kunden ist. Dann wollen Sie doch, dass er Ihre Kompetenz widerspiegelt. Sind in den ersten zwei Absätzen schon fünf Fehler, wird sich der Interessent vermutlich eine andere Informationsquelle suchen.

Und wie lässt sich das mit der Daumenregel „schreiben Sie so, wie sie sprechen“ vereinbaren?

Diese Daumenregeln meint nicht, dass sie alle Ähms, Hmms und Räusperer aufschreiben sollen – wobei das bestimmt auch mal sehr unterhaltsam wäre.
Es geht darum, dass Sie Ihre Beiträge so formulieren sollten, als würden Sie jemandem das Thema in einem Gespräch erklären. Damit der Text flüssig lesbar ist und sich nicht nach einem Text aus einem Uni-Lehrbuch anhört. Glauben Sie mir, ein lockerer und trotzdem sachlich korrekter Beitrag wird viel mehr Resonanz erhalten, als einer, der sich liest, als wäre er einem Gesetzbuch entnommen.

Die Mischung aus einer korrekten Rechtschreibung / Grammatik und Ihrer ganz eigenen Art Probleme oder Vorgänge zu erklären macht Ihren Schreibstil aus.

Häufige Fehler, die Sie in Ihren Artikel nicht machen sollten

Eigentlich ist die Idee für diesen Artikel entstanden, weil ich in der TextArt 4/2016 einen Beitrag zum Thema Rechtschreibung gelesen habe. Die Autorin Pamela Obermaier, Verlegerin bei Edition Unicorn, lässt sich über die inzwischen alltäglich auffindbaren Fehler aus und hat mir damit aus dem Herzen gesprochen.

Bei „brauchen“ brauchen Sie „zu“

Kurz darauf habe ich den Artikel eines Bloggerkollegen gelesen, den ich jetzt hier nicht verlinke, weil ich ihn nicht „bloßstellen“ möchte. In diesem Text ging es um 6 Elemente, die man als erfolgreicher Blogger nicht braucht.

Entsprechend kam in fast jeder h2-Überschrift das Verb „brauchen“ vor, bspw. „Erfolgreicher Blog und du brauchst kein Designer sein.“ Alleine beim Lesend der ersten Zwischenüberschrift habe ich schon eine Gänsehaut bekommen. Als der Fehler aber ein zweites, drittes und viertes Mal auftauchte, musste ich schmunzeln und an meine Oma denken, die mich früher mit dieser Eselsbrücke zu verbessern pflegte:

Wer brauchen ohne „zu“ gebraucht,
braucht „brauchen“ gar nicht zu gebrauchen.

Was mich damals genervt hat, führt heute dazu, dass ich es selbst nicht haben kann, wenn jemand das „zu“ schleifen lässt. Die Zwischenüberschrift im Artikel des Kollegen hätte entsprechend heißen müssen: „Erfolgreicher Blog und du brauchst kein Designer zu sein.“

Eine schöne Auflistung solcher Eselsbrücken finden Sie auf tippsundtricks.net.

Der Apostroph im deutschen Genitiv

(Und bevor Sie sich wundern: ja, Apostroph ist maskulin, habe ich extra noch einmal überprüft 😉 )

Anglizismen finden Sie in der deutschen Sprache inzwischen überall. Etwas, das mich als Freund des Englischen an sich nicht stört. Was mich aber jedes Mal zur Weißglut bringt – und bei dem ich mit Pamela Obermaier absolut auf einer Wellenlänge bin – ist der falsche Einsatz des Apostrophs im deutschen Genitiv.

Im Englischen wird der „s-genitiv“ mit einem Apostroph gebildet. Die Besitzanzeige „This house belongs to Lisa.“ wird also „It is Lisa’s house.“ In der Pluralform des Genitivs wird der Apostroph hinter das S gestellt “This house belongs to Lisa and Ben Miller.” – “It is the Millers’ house.”

Im Genitiv kommt es im Deutschen nur vor, wenn Namen auf einen S-Laut enden (Regel 16); bspw. „Johannes‘ Auto“. Alle anderen Genitive werden ohne Apostroph gebildet.
Zusätzlich kann es bei uns auch dazu dienen, um die Auslassung von Buchstaben zu kennzeichnen; bspw. „‘s schon spät“ oder „M’gladbach“ (für Mönchengladbach).

Kommasetzung

Es gibt viele Personen, denen es allein schon bei diesem Wort kalt den Rücken runter läuft. Verständlich, denn die Regeln zur Kommasetzung sind nicht unbedingt leicht zu merken. Außerdem gibt es ziemlich viele davon.

Ich werde die Regeln hier jetzt nicht einzeln aufzählen und besprechen. Das würde zu lange dauern. Aber versuchen Sie beim Schreiben Ihrer Texte darauf zu achten, ob ein Komma evtl. die Bedeutung Ihres Satzes retten kann. Eines meiner Lieblingsbeispiele dazu ist:

„Wir essen Opa!“ – „Wir essen, Opa!“

Das fehlende Komma macht diese Familie zu Kannibalen. Eigentlich ruft hier ein Enkel doch nur seinen Großvater.

Ein anderes großartiges Beispiel findet sich im Artikel von Pamela Obermaier (dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen):

„Ein Mann hatte eine Unfallversicherung auf Dauerinvalidität abgeschlossen. Bei einem Fußballspiel wurde er von einem Ball auf der Brust getroffen, erlitt eine schwere Prellung und davon ausgelöst einen Herzinfarkt, der ihn zu einem 80-Prozent-Invaliden machte. Infolgedessen verlangte er naturgemäß die Versicherungssumme. Der Vertragspartner lehnte ab und verwies darauf, dass ein Herzinfarkt nicht als Unfallfolge, sondern nur als Unfallursache versichert sei. In den Versicherungsbedingungen hieß es wörtlich:

‚Herzinfarkt ist als Unfallursache nicht aber als Unfallfolge versichert.‘

Das Gericht entschied im Sinne des Klägers, da der zentrale Satz kein Komma enthielt und daher auf zwei Arten zu lesen war: […]“ (TextArt 4/2016, S. 26)

Herzinfarkt ist als Unfallursache, nicht aber als Unfallfolge versichert.

ODER

Herzinfarkt ist als Unfallursache nicht, aber als Unfallfolge versichert.

Nach dem Komma: das oder dass?

Hier nur noch eine ganz kurze Anmerkung, bevor ich Sie Ihren Texten und der nagenden Frage überlasse, ob Ihre Artikel jetzt auch wirklich der offiziellen Rechtschreibung entsprechen 😉

Die Sammlung der Eselsbrücken weiter oben enthält auch den schlauen Spruch: Das „S“ in „das“ muss einsam bleiben, kannst du auch „dieses“ oder „welches“ schreiben.

Wenn Sie sich das merken, dürfte Ihnen nichts mehr passieren. Jedes andere „das“ braucht ein Doppel-S. Bspw.

Das Haus, das (dieses, welches) am Straßenrand steht, ist blau.

ABER

Es ist ungewöhnlich, dass (dieses, welches) das Haus blau ist.

Eigenheiten sind erlaubt und erwünscht

Um Ihren Schreibstil und somit auch Ihren Unternehmensblog einzigartig zu machen, sind Eigenheiten in der Sprache in jedem Fall erwünscht. (Ich benutze bspw. in Artikeln oft die Worte „sicherlich“ und „entsprechend“.) Sie dürfen gern halbe Sätze stehen lassen. Oder Nebensätze ohne einen dazugehörigen Hauptsatz.

Im Prinzip ist alles möglich, solange Sie sich soweit an die Grundregeln halten, dass Leser Ihre Texte rein strukturell und von der Rechtschreibung her verstehen können.





Dieser Leitfaden gibt eine Übersicht darüber, warum bloggen so wichtig ist, wo Sie in Ihrem Unternehmen Content finden und wie Sie Ihre Posts gestalten können.




Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

 

Xengoo ist eine zertifizierte HubSpot Agentur in Deutschland. Die Xengoo Consulting ist eine zertifizierte Gold Partner Agentur von HubSpot in Deutschland. Wir helfen Ihnen bei der Planung und Einteilung von Projekten und Ihrem Blog, sowie bei Workflows und natürlich bei allen weiteren Fragen, die die Marketing Automation Software betreffen.


 

Vanessa DincklageWie der Schreibstil für Ihren Unternehmensblog sein sollte? – Zuerst korrekt und danach einzigartig.
Teile diesen Artikel

Diskutiere mit