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Früher ging es nur darum Google zu begeistern, heute begeistern SEOs ein ganzes Publikum

In seinem neusten Artikel beschäftigt sich Winston Burton mit der Frage, ob die Bezeichnung „SEO“ für den Job, den diese Personen machen, überhaupt noch zutrifft. Ist es für sie doch längst nicht mehr üblich nur noch pure SEO, also Suchmaschinenoptimierung zu betreiben. Nein, inzwischen sind sie Content Experience Analysten, die Content für verschiedene Endgeräte und Plattformen optimieren und Content im Sinne der Inbound- und Content Marketings für alle Stationen der Buyer’s Journey erstellen – sagt Burton.

Da stellte sich mir doch die Frage:

Wie genau ging SEO früher?

Reisen wir also ein paar Jahre zurück und schauen uns die damals üblichen SEO-Maßnahmen und die Strategien an, die dahinter steckten.

Hauptsache wir ranken auf Platz 1 (bis 3)

Und damit schien früher in der SEO alles erlaubt zu sein. Hauptsache die Seite taucht auf den ersten drei Plätzen in den SERPs auf.

Besonders beliebt waren noch vor ein paar Jahren die folgenden beiden Taktiken:

1. Keywords, wohin das Auge blickt – und auch dorthin, wo es nicht hin blickt

Nehmen wir mal an, Ihr Unternehmen verkauft für kleines Geld gebrauchte Bananenkisten. Die werden schließlich immernoch gern für Kleinkram bei Umzügen genutzt. Es ist also nur logisch, dass Sie für das Keyword „Bananenkiste“ auf Seite 1 von Google auftauchen möchten.

Die SEOs von früher sind entsprechend hingegangen und haben exakt dieses Wort überall untergebracht. In den wichtigen Tags Ihrer Website; bspw. dem Title- und alt-Tag von Bildern. Im Text selbst. In der Meta-Description. Im Footer-Text. Im Text unter dem Footer, der dieselbe Farbe hatte wie der Hintergrund.

Abgesehen vom Footer, machen wir das heute teilweise auch noch so. ABER: Früher wurden das Keyword beinahe wahllos in den Texten untergebracht. Und die wirklich „gewieften“ SEOs haben es so oft benutzt, dass man heute von Keyword-Stuffing spricht. Also dem puren Stopfen von einem Keyword in einen Text.

Denn, je öfter das Keyword auf der Seite auftaucht, desto sicherer ist (war) es, dass Google es auch dafür indexiert. Ein großartiges bzw. im eigentlichen Sinn schreckliches Beispiel ist dieser Text:

Früher war Keyword-Stuffing im SEO normal, wie hier mit 'Saenger gesucht'

Ich hoffe, es wird deutlich, warum Google Seiten heute abstraft, die diese SEO-Taktik von früher verfolgen und eine extrem hohe Keyword-Dichte haben. Unter anderem, weil der Sinn des Textes fast völlig verloren geht und auch das Lesen sich als anstrengend erweist.

2. Links ohne wirkliches Netzwerk und teilweise ohne viel Sinn

Zusätlich zu den auf Ihrere Seite untergebrachten Keywords, haben SEOs früher unzählige Seiten verlinkt. Und das gilt sowohl für interne Verlinkungen, als auch für Backlinks von Fremdseiten auf die eigene.

Da wurden also Links in thematisch passenden Foren platziert und Eintragungen in Online-Verzeichnissen vorgenommen; und das, in so vielen wie möglich. Denn: Je mehr Seiten auf die eigene verweisen, desto besser muss sie sein. Nach dem Motto „viel bringt viel.“

Dasselbe galt früher in der SEO für die Seitenanzahl der eigenen Seite. Es wurden einzelne Unterseiten für Keyword-Varianten angelegt – und natürlich konnte man diese wieder auf die Hauptseite verlinken oder aus Foren direkt auf diese Unterseiten verweisen.

Auch diese SEO-Taktiken sind heute nicht mehr üblich. Zu viele „sinnlose“ Seiten und Backlinks führen zu einer Abmahnung von Google. Und die möchte man als Webseitenbetreiber ganz sicher nicht in seinem Postfach haben.

Diese beiden Punkte sind eine Zusammenfassung von unterschiedlichen einzelnen, kleinschrittigeren SEO-Methoden, die früher genutzt wurden und heute nicht mehr funktionieren – die Sie heute bitte nicht nachmachen sollten!

Im Endeffekt wurden die Inhalte der Websites nur für die Suchmaschinen erstellt und so aufgebaut, dass sie sie gut verarbeiten konnten. Ob und wie Webseiten-Besucher damit zurechtkamen, spielte eher eine unwichtigere Rolle.

So geht SEO heute

Nutzer- und erfahrungszentrierter Content

Wie es sich mir in meiner Recherche darstellt, kam der Umschwung zum „SEO von heute“ mit dem Aufkommen von Inbound- und vor allem Content Marketing in 2012. Von da an ging es nicht mehr nur darum auf Platz 1 – 3 zu ranken. Es ging und geht darum den Besuchern der Website hilfreiche und relevante Inhalte zu bieten und so die Nutzungserfahrung der Seite (mit Ihnen als Unternehmen im Hintergrund) angenehm zu gestalten.


Und wie sieht es mit den beiden wichtigsten SEO-Maßnahmen von früher heute aus? Wie gehen wir mit Keywords und Links um?

1. Keywords natürlich einstreuen und Long-tail Varianten beachten

Keine Frage, wir setzen Keywords immer noch an bestimmten Stellen ein, um Suchmaschinen klar zu machen, worum es auf der Seite geht. Schließlich sind sie es, die den Suchenden und potentiellen Kunden die Suchergebnisse ausspucken. Entsprechend müssen Sie das Thema der Seite verstehen.

Was in der SEO heute aber nicht mehr so ist wie früher, sind zum einen die Keywords selbst: Sie sollten nicht mehr versuchen für ein unglaublich breites Keyword zu ranken – um beim Beispiel von oben zu bleiben „Bananenkiste.“ Stattdessen sollten Sie schon mit dem genutzen long-tail Keyword die Intention der Suchanfrage verstehen und mit entsprechend relevantem und hilfreichen Content dienen; bspw. mit „Bananenkiste für Umzug“, „Bananenkiste für Umzug kaufen“ oder „Woher bekomme ich Bananenkisten?“

Vor allem sollten Sie heute nicht mehr nur eine starre Wortkombination benutzen. Besonders bei long-tail Keywords wird es sich sehr schwierig gestalten einen flüssig lesbaren Text zu verfassen. Die Algorithmen der Suchmaschinen sind inzwischen so weit ausgebildet, dass Sie Varianten Ihrer Kombination verstehen. Ihr Text muss sich also lange nicht so holzern anhören wie oben das „Sänger gesucht“-Beispiel. Neben dieser Kombination könnten Sie sicher auch „in einer Band mitsingen“, „zusammen singen“ oder „zusammen Musik machen“ in Ihrem Text unterbringen und würden trotzdem gefunden werden.

Um zu wissen, wonach Ihre Buyer Persona genau sucht, müssen Sie mit ihr in Kontakt treten und sie befragen.

Zum anderen ist es die Häufigkeit, mit der sie auf der Seite auftauchen: Wir sprechen hier von einer natürlichen Streuung. Sie können sich dabei daran orientieren, wie Sie sprechen. Stellen Sie sich vor, Sie würden das Thema Ihrer Seite oder Ihres Blogposts mit einem Kollegen besprechen. Ihr Keyword würden Sie dabei ganz sicher nicht 150 Mal sagen, sondern Varianten nutzen oder sich anders darauf beziehen. Versuchen Sie das auch bei der Erstellung Ihres Contents zu beachten. Besucher Ihrer Website sollen beim Lesen Ihres Contents Spaß haben und informiert werden, das erreichen Sie nicht mit einem Text, der nur für Suchmaschinenalgorithem geschrieben ist.

Der Fokus ist heute also ganz klar auf das Publikum ausgerichtet, das erreicht werden soll und seine Erfahrungen auf Ihrer Website bzw. mit Ihrem Content. Nicht umsonst schreibt Winston Burton, dass SEOs heute Content Experience Analysten sind.

Infografik zum Thema SEO damals - SEO heute.

Die Kollegen von quicksprout haben eine großartige Infografik zum Thema SEO damals – SEO heute entwickelt.

2. Links nur noch zu und von Seiten, die wirklich relevant sind und einen Mehrwert bieten

Da sich bei der Contenterstellung alles um das (gewünschte) Publikum dreht, hat sich auch die Sicht auf die selbst gesetzten Links verändert. Heute ist es zusätzlich wichtig auch auf Inhalte von anderen Seiten zu verweisen – das gilt vor allem für Blogartikel.

Etwas wichtiger sind in der heutigen SEO generierte Backlinks. Also solche, die von anderen Seiten auf Ihre eigene verweisen, ohne, dass Sie sie selbst dort gesetzt haben. Beispielsweise, wenn ein Kollege einen Blogartikel schreibt und zur weiterführenden Lektüre auf einen Ihrer Beiträge verweist. Das ist also ein Aspekt, den Sie nur indirekt durch hervorragenden Content beeinflussen können. Natürlich gibt es einfache Möglichkeiten des Linkbuildings, wie bpsw. Linktausch oder gar -kauf, aber ersteres ist von Google nur bedingt gern gesehen und zweiteres führt zu einer Abmahnung.

Sie wollen mit Ihren Inhalten einen Mehrwert bieten. Da macht es nur Sinn, wenn Sie interessante, relevante und weiterführende Inhalte von anderen in Ihrer Branche teilen. (Oder eben von anderen Seiten auf Ihre verlinkt wird.) Das zeigt Ihrem Publikum zusätzlich, dass Sie sozusagen das gesamte Informationsspektrum der Branche im Augen haben und Ihre Meinungen nicht als das Non-plus-ultra ansehen.

Suchmaschinen können heute den Zusammenhang der Inhalte einer Seite mit denen der verlinkten herstellen und somit feststellen, ob ein Link relevant ist oder nicht. Erhalten Sie Links von Seiten Ihrer Branche, die schon lange existieren und als Meinungsführer etabliert sind, hilft das Ihrem Ranking. Kommen die Links von Seiten, die nichts oder wenig mit Ihrem Thema zu tun haben, kann Ihnen das schaden. Immerhin wollen die Suchmaschinen Suchenden die bestmögliche Antwort auf eine Anfrage bieten, und da zählen auch die ankommenden und ausgehenden Links.

Der Wechsel von SEO damals zu heute

SEO hat sich also von „Hauptsache das Ranking stimmt“ entwickelt zu „Das Publikum soll hochwertige Antworten auf seine Suchanfragen erhalten.“ Das ist nicht nur eine Veränderung in den Maßnahmen, die getroffen werden müssen, sondern vor allem auch in der Denk- und Arbeitsweise, wie Burton in seinem Artikel ganz richtig bemerkt.

Stellen Sie sicher, dass Sie nicht noch in den alten SEO-Tagen stecken.




SEO Optimierung - Weisheiten und Mythen, die Sie kennen sollten



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