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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

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Vom Blogger zum Solopreneur: Geschäftsmodelle für die Blogosphäre

Der Blogger Gunnar Sohn fand sich am 5. Februar 2016 zu einer offenen Käsekuchen-Diskussion mit einer Runde Diskussionsfreudiger in den Geschäftsräumen der Xengoo Consulting GmbH ein. Zusammen sprachen die Teilnehmer über das Thema Blogging, Solopreneure und wie die Blogosphäre von neu entstehenden Geschäftsmodellen profitieren kann.

Besonderes Augenmerk wurde hierbei von den Teilnehmern auf die neue Plattform juptr gelegt. Das neue Netzwerk wurde von den Geschäftsführern Jan Steinbach und Uwe Freese repräsentiert.

Weitere Gäste waren Tanja Beck, Andreas Severin, Christoph Berdi, Jürgen Stäudtner, Daniela Sprung, Christian Müller, Babak Zand und Sabine Hockling. Auch die fachfremde Andrea Schauf hatte im Netz von dem Google Hangout erfahren und kam spontan zum Mitdiskutieren vorbei.

Juptr-Mitgründer Jan Steinbach findet, dass Content-Creator in den meisten Fällen nicht von ihren Blogging-Aktivitäten leben können und somit ein anderweitiges Einkommen benötigen. Zugleich suchen viele Unternehmen nach Autoren, die Content für sie kreieren. Somit entstand die Idee für das Unternehmen juptr.

Auch der End-User kann diese Plattform für sich nutzen. Bei der Vielzahl an Blogs, weltweit sind es mehr als 170 Millionen, verliert man schnell mal den Überblick. Viele Blogs sind dem User gar nicht bekannt und können dies auch nicht sein.

Der User ist schlichtweg überfordert von dem Angebot. Der Markt auf dem heutzutage Massen von Content zur Verfügung stehen ist nicht transparent und unstrukturiert. Juptr versucht diesem „Dschungel“ von Informationen und Content eine Struktur zu verpassen.

Blogger Christian Müller merkt an, dass Blogs und Blogger in Deutschland zu oft von Unternehmen nicht sonderlich ernstgenommen werden. Unternehmen sehen Blogs häufig nicht als professionelles Geschäftsmodell an.

Zitat Christian Mueller

Besonders Blogs mit kleineren Reichweiten, also vor allem Blogger mit weniger als 2.500 Lesern pro Tag, tun sich schwer darin, sich selbst zu vermarkten. Aber auch die großen Blogs unserer Nation mit zahlreichen Lesern sind vielen Internet-Usern nicht geläufig. Dieses Statement wirft weitere Fragen auf.

Tun sich Deutsche Blogger wirklich so schwer damit, sich selbst zu vermarkten? Und wenn ja, worin kann das begründet werden?

Bloggerin Daniela Sprung erzählt, dass sie täglich zahlreiche E-Mails von Unternehmen erreichen, die ihren Blog für Produktplatzierungen nutzen wollen. Diese Nachrichten empfindet sie überwiegend als Spam und oft schreiben ihr Unternehmen, die für den Inhalt ihres Blogs keinerlei Relevanz haben.

Und Relevanz ist ein wichtiges Thema in der Blogosphäre.

Die Bloggerin sieht das größte Problem des Self-Marketings von Bloggern darin, dass viele nicht einschätzen können, wie viel ihre Arbeit eigentlich wert ist. Das Netz wird von vielen noch immer als kostenlose Plattform gehandelt und Unternehmen können die Reichweite von Blogs nicht richtig einschätzen.

Hier herrscht anscheinend eine hohe Diskrepanz: Viele würden für Produktplatzierungen in Zeitschriften oder anderen Printmedien Unsummen von Geld bezahlen, sehen die Arbeit von Bloggern aber nicht als äquivalent zu honorieren an.

Zitat Daniela Sprung

Die Blogosphäre ist ein schwarzes Loch

Die Diskussions-Teilnehmer bezeichnen die heutige Blogosphäre als „schwarzes Loch“ – sie ist für einige noch ein großes Mysterium.

Noch gibt es anscheinend keine vorhandene Struktur auf dem Markt für das Blogging und genau das stellt eine große Herausforderung für das klassische Marketing mit seinen bisher bekannten Strukturen dar. Wo früher noch Kennzahlensysteme, wie der ROI, und vorgegebene Herangehensweisen und Strategien im Fokus standen, offenbart sich nun ein großes Fragezeichen.

Die Unternehmen stellen sich einer ungewissen Zukunft ohne jegliche strukturelle Vorgaben. Offensichtlich hat die Blogosphäre mit ihren unzähligen Anhängern noch einen hohen Forschungsbedarf und ein gegenseitiger Austausch zwischen Bloggern und Unternehmen ist zwingend notwendig für zukünftige Kooperationsmöglichkeiten.

„Digital natives meets old indigenous people“

In der Marketing-Welt wie wir sie bisher kannten, eine Welt der Planbarkeit und Verlässlichkeit, werden Blogger noch nicht ernst genommen. Zumindest in Deutschland scheint das der Fall zu sein, da sind sich die Diskutierenden einig.

Aber vor allem durch ihre Authentizität und Expertise können Blogger hoch relevant für die Zusammenarbeit mit Unternehmen sein. Genau das scheint auch der Grund dafür zu sein, dass Marketing-Experten ihre Strategien auf die Kooperation mit Bloggern richten sollten – das Blogging muss als Geschäftsmodell anerkannt werden.

Einige Unternehmen haben wohl von dieser Trendwende Wind bekommen und starten Kontaktanfragen zur Kooperation bei Massen von Blogs. Diese Anfragen sind jedoch zu oft standardisiert und nicht individuell auf die verschiedenen Blogs ausgerichtet.

Journalistin Sabine Hockling und Bloggerin Daniela Sprung sehen das kritisch. Sie sind der Ansicht, dass Unternehmen sich vor allem eines fragen sollten: „Passt dieser Blog und dessen Inhalt überhaupt zu meinem Produkt?“ Massen-Emails zu verschicken ist anscheinend wenig effektiv, man verliert dadurch beim Bloggen sehr an Glaubwürdigkeit.

Zitat Sabine Hockling

Wann ist man nur Blogger, wann schon Solopreneur?

Es gibt dennoch anscheinend verschiedene Formen von Bloggern.

Und wann ist ein Blogger eigentlich nur Blogger und ab wann wird er zum Solopreneur?

Fragen wie diese bilden heißen Diskussions-Stoff. Viele Blogger schreiben von Anfang an lediglich zur Freizeitbeschäftigung. Sie möchten vor allem Interessen mit Gleichgesinnten austauschen. Es sind wohl nicht alle Blogger daran interessiert, mit ihrem Content auch Brot und Miete bezahlen zu können.

Trotzdem scheint es viele Blogs zu geben, die einen hohen Anspruch an Professionalität haben: Sie bauen eine gewissen Reichweite auf und wünschen dann auch die Vermarktung ihres Contents. Einige Blogger akquirieren daher Aufträge von Unternehmen.

Sie testen also beispielsweise von dem Unternehmen zur Verfügung gestellte Produkte und schreiben in einem Sponsored Post ein Review. Andere vermarkten weiterhinaus ihre eigenen Produkte, zum Beispiel in Form von e-Books.

Offensichtlich verfolgen also verschiedene Blogging-Formen eine ganz andere Intention. Genau das müssen auch Unternehmen erkennen, denn es scheint, als wolle nicht jeder Creator seinen Content auch vermarkten.

Gezielt angesprochen werden sollen demnach die Solopreneure unserer Nation: Blogger, die mit ihrem Content, ihrer Website, ihrem Blog Geschäfte betreiben.

Blog oder Journalismus – die Grenze verschwimmt

Aber was ist nun ein Blog und was nicht?

Das scheint vielen nicht klar zu sein. Die Grenze zum Journalismus verschwimmt immer mehr und man muss zwischen vielen Blogging-Formen differenzieren, so ist beispielsweise auch das neuartigere Video-Blogging rentabel für viele Themenbereiche.

Pauschal kann man sagen: Blogger ist jemand, der seine Leidenschaft und sein spezifisches Interessengebiet vermitteln will. Sollte der Blogger seinen Content auch vermarkten wollen, so bedarf es einer ganz anderen Herangehensweise.

Es gibt unzählige Agenturen, die den Anspruch haben, Unternehmen und Blogger zu „matchen“, sprich zu vermitteln. Agenturen versuchen als eine Art Partnerbörse für Unternehmen und Blogs zu agieren.

Der Gastgeber Gunnar Sohn merkt an, dass die Arbeit der Plattform juptr bedeute, Blogger größtenteils in Ruhe zu lassen.

Aber eine gewisse Matching-Logik muss doch vorhanden sein, oder?

Zum wiederholten Mal wird der Marktplatz der deutschen Blogosphäre als „schwarzes Loch“ beschrieben. Der Markt scheint vor allem durch Intransparenz gekennzeichnet zu sein.

Um effektiv am Geschehen dieses Marktplatzes teilzunehmen, muss man relevant bleiben.

Zitat Gunnar Sohn

Ziel von juptr ist demnach verschiedene Quellen aller Art – Blogs, Publikationen von Journalisten, Feeds von Zeitschriften und Zeitungen etc. – zu unterstützen und in einem gebündelten Newsfeed zu präsentieren. Von juptr können aber nicht nur Blogger und Unternehmen profitieren.

Auch der User zieht einen Vorteil aus seinem personalisierten Newsfeed. So kann er Themengebiete, die ihn besonders interessieren, auswählen und erhält anschließend individuell ausgewählten Content. Somit gelangt er an eine noch nie zuvor vorhandene Medienvielfalt und eine viel spezifischere Auswahl an relevantem Content, als eine Suche bei Google es je ermöglichen könnte.

Juptr bietet also ein faires Geschäftsmodell, aus dem alle Partizipierenden einen Nutzen ziehen können und dient unter anderem als Vermittler.

Diese neuartige Benutzung von Medien bedeutet jedoch nicht, dass Marketingabteilungen und –Agenturen kein Geld mehr ausgeben:

Es fließt nur woanders hin.

Zukünftig wird man Agenturen zur Vermittlungsfunktion nicht mehr brauchen. Sie werden viel mehr eine beratende Rolle einnehmen müssen, um relevant zu bleiben.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Runde ist sich einig: Es besteht weiterhin ein hoher Diskussionsbedarf bezüglich der zu verwendenden Marketingtechniken.

Vor allem das Schaffen von Strukturen wird zukünftig von enormer Bedeutung sein. Im klassischen Journalismus gibt es Regeln und Strukturen, die Unternehmen durchaus bekannt sind.

Von Bloggern hingegen ist eine gleichartig professionelle Medienleistung gar nicht erwünscht. Unternehmen sollten primär die Authentizität der Blogger nutzen um wertschöpfende Beziehungen zu gestalten.

Es entsteht ein spannender Markt in der Blogosphäre und Geschäftsmodelle müssen auf Augenhöhe konzipiert werden, welche Kooperationen zwischen Unternehmen und Bloggern ermöglichen.




Dieser Leitfaden gibt eine Übersicht darüber, warum bloggen so wichtig ist, wo Sie in Ihrem Unternehmen Content finden und wie Sie Ihre Posts gestalten können.



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2 Kommentare

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  • Pingback: Juptr: Parship für Corporate Blogs | conosco - Agentur für PR und Content

    Uwe Freese - 31. Mai 2016 Antworten

    Ein Dank an die Kollegen von Conosco (http://www.conosco.de/blog/) für den Artikel über Juptr.io in Ihrem Blog.
    Ja, dass mit dem Lernen ist natürlich derzeit noch nicht so ausgeprägt. Dafür braucht es erst mal eine gewisse Menge an Usern, die wir in der Testphase natürlich noch nicht auf dem System haben. Allerdings testen wir auch diesen Aspekt derzeit noch intensive und stellen fest, dass der Algorithmus in bereiteren Themengebieten auch schon bei einer kleineren Userbasis greift.

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