Blog

In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

frohes-neues-2016.png

Haben Joe Pulizzi und seine Kollegen mit Ihren Voraussagen für Content Marketing in 2015 Recht behalten?

Schon im letzten Artikel haben wir einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr geworfen und uns mit dem Verhältnis zwischen Inbound- und Content Marketing beschäftigt.

In diesem Artikel wollen wir etwas weiter zurück schauen, nämlich Richtung Dezember 2014. Wie in den letzten sechs Jahren, hat Joe Pulizzi vom Content Marketing Institut wieder eine Sammlung von Vorhersagen in Bezug auf die Entwicklung von Content Marketing für das inzwischen vergangene Jahr veröffentlicht. Für 2015 sind dabei 60 Meinungen von Branchen-Kollegen zusammengekommen.

Und auch dieses Jahr wollten wir wissen, ob sich innerhalb der Voraussagen Trends abgezeichnet haben. Und, ob Pulizzi und seine Kollegen Recht behalten haben oder nicht. Hier also die Zusammenfassung der 60 Vorhersagen:

Content Marketing Vorhersagen fuer 2015, erfuellt oder nicht

Content Marketing Vorhersagen für 2015

  • Co-Created Content (6 Stimmen)
  • relevanter Content (6 Stimmen)
  • mehr Storytelling (5 Stimmen)
  • verbesserte Technologien für die Distribution und Analyse (5 Stimmen)
  • Ausprobieren verschiedener Formate (4 Stimmen)
  • Content Marketing Strategien erleichtern die Erstellung/ Verbreitung (3 Stimmen)
  • mobile wird deutlich wichtiger (3 Stimmen)
  • der Versuch eine bessere Beziehung zu Kunden aufzubauen (3 Stimmen)

Co-Created Content

Unter diesem Punkt ist nicht nur die Idee zusammengefasst, dass Unternehmen gemeinsam interessanten und relevanten Content erstellen, sondern vor allem auch, dass Kunden mit einbezogen werden sollen.

User-generated Content funktioniert heute schon sehr gut für Unternehmen im B2C Bereich. Je nach Produkt ist es für sie relativ einfach Kunden zu animieren, Fotos auf einer bestimmten Website zu teilen oder sie über ein Hashtag mit der Kampagne zu verknüpfen.

Das gemeinsame Erstellen von Content mit anderen Unternehmen ist meiner Meinung nach noch etwas schwierig. Es besteht immerhin die Gefahr, dass die eigenen Interessenten zu den Kollegen des anderen Unternehmens „abwandern.“ Vor allem dann, wenn Sie auf in derselben Branche unterwegs sind – anders herum könnten natürlich auch Interessenten Ihres Kooperationspartners bei Ihnen landen. Wenn Sie aber beide den Content verbreiten, sollte sich daraus für keinen von Ihnen einen Nachteil ergeben.

Toll ist es natürlich, wenn Sie einen Content-Partner finden können, der in einer ganz anderen Branche arbeitet, Ihnen aber inhaltlichen Input liefern oder bspw. die Gestaltung übernehmen kann. Das habe ich schon ein paar Mal bei Infografiken gesehen, oder auch bei E-Books.

Teilweise hat sich diese Vorhersage also erfüllt. Ich fürchte dennoch, dass die meisten Marketer in Branchen deren Produkte oder Dienstleistungen etwas abstrakter sind; bspw. Software oder Beratung, auch 2016 an Formaten arbeiten müssen, mit denen sie Nutzer dazu bringen können, Content zu erstellen. Die einfachste Möglichkeit ist hier natürlich bspw. ein Statement zu bekommen und es als Testimonial zu veröffentlichen.

relevanter Content

Relevanter Content kann nur entstehen, wenn Sie wissen, was Ihre Buyer Persona interessiert. Entsprechend müssen Sie die verbesserten Technologien zur Analyse (und auch die zur Distribution) aus Punkt vier nutzen.

Eine sehr interessante Überlegung zu dem Thema kam dieses Jahr von Alexa von El Instante. In Ihrem Beitrag geht es darum, dass guter Content nicht immer relevant ist. Das wichtigste Stichwort ist hierbei, dass Relevanz zielgruppen- bzw. Buyer-Persona-spezifisch ist.

Entsprechend finde ich es schwierig zu beurteilen, ob Content Marketer in 2015 tatsächlich relevantere Inhalte erstellt haben – dazu müssten wir Einblick in ihre Zahlen haben. Und den haben wir nicht. ABER ich denke (bzw. hoffe), dass die Wichtigkeit von relevantem Content im letzten Jahr deutlich geworden ist und spätestens dieses Jahr entsprechend umgesetzt wird.

mehr Storytelling

Das aktuellste Beispiel für Storytelling ist wohl der Weihnachtsclip von Edeka, der im letzten Dezember viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Emotionaler und weniger werbend kann es eigentlich schon gar nicht mehr werden, oder?

Viele der Texte, die ich im letzten Jahr zu dem Thema gelesen habe, waren auf Englisch. Sie waren in den meisten Fällen eher theoretisch und haben beschrieben, wie Storytelling funktioniert – besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Artikel von Razwana Wahid. Darin beschreibt sie, wie man ein und dasselbe Thema aus verschiedenen Gesichtspunken angehen und so den Fokus für die jeweilige Buyer Persona verändern kann.

Meiner Meinung nach haben wir in Deutschland da noch ein bisschen Nachholbedarf. Es gibt zwar schon ein paar gute Ansätze (s. Edeka oder auch diverse Niveaclips, wie bspw. diesen hier), aber davon kann es sicherlich mehr geben. Auch wir haben den ein oder anderen Versuch gestartet; und natürlich gibt es da immernoch den Artikel: Woher kommt der Name Xengoo? Das ist ja wohl auch Storytelling vom Feinsten 😉

Fazit für 2015

Besonders auffällig für die Vorhersagen des Jahres 2015 finde ich, dass sie im Gegensatz zum letzten Jahr alle sehr nah beieinander liegen:

Content kann nur wirklich relevant sein, wenn Sie sich auf die Analyse der bereits durchgeführten Marketingaktionen verlasssen. Gleichzeitig sollten Sie bei der Erstellung immer ein Auge auf die Content Marketing Strategie haben, sie sollte Ihnen ein Gerüst für die jeweiligen Formate vorgeben. Content ist es aber vor allem dann relevant, wenn bereits bestehende Kunden sich an der Erstellung beteiligen.

Um eine bessere Bindung zum Kunden aufbauen zu können, müssen Sie unter anderem auch Emotionen mit in Ihren Formaten unterbringen. Das schaffen Sie am einfachsten über Storytelling. Und natürlich dadurch, dass Sie sie da erreichen, wo sie sich aufhalten; inzwischen vor allem im „mobilen Netz.“ (Womit wir wieder bei relevantem Content wären, der auch auf das Anschauen über ein mobiles Gerät optimiert sein sollte.)

Das Ausprobieren und Erschließen verschiedener Formate fällt hier ein bisschen aus den Vorhersagen heraus. Und trotzden finde ich es sehr wichtig, neuen Formaten auch eine Chance zu geben; Sie müssen dafür ja nicht direkt Ihre „alten,“ erfolgreichen aus dem Programm streichen.

Content Marketing Vorhersagen für 2016

Die Trefferquote der Vorhersagen für das letzte Jahr lässt sich zwar nicht in Zahlen ausdrücken, aber ich finde schon, dass Joe Pulizzi und seine Kollegen gute Arbeit geleistet haben.

Es lohnt sich also sicherlich einen Blick in die Kugel zu werfen, um eine Ahnung zu entwickeln, was 2016 wichtig sein könnte.

Das hier sind die häufigsten Nennungen für das neue Jahr:

  • Content Marketing wird an der Customer Experience ausgerichtet (4 Stimmen)
  • Es werden neue Formate entwickelt (4 Stimmen)
  • Die Grenzen zwischen den Teams verblassen (4 Stimmen)
  • Die Technologie wird sich verbessern (3 Stimmen)
  • Content Marketing wird als das „normale“ Marketing angesehen (3 Stimmen)

Dabei dürfen Sie nur den zeitlichen Unterschied zwischen den USA und Deutschland nicht vergessen: Es hat schon alleine für Content Marketing an sich fast zwei Jahre gedauert, bis es hier angekommen ist… vielleicht sollten wir dann für 2016 lieber die Vorhersagen für 2014 lesen… 😉

Was denken Sie, wird 2016 im Content Marketing wichtig sein? Haben Sie Wünsche für dieses Jahr?



Der Bericht State of Inbound Marketing 2015 komplett auf Deutsch



Das könnte Sie auch interessieren:

Vanessa DincklageHaben Joe Pulizzi und seine Kollegen mit Ihren Voraussagen für Content Marketing in 2015 Recht behalten?
Teile diesen Artikel

Diskutiere mit