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Wann Sie viralen Content teilen sollten & Tipps zur Erstellung

In letzter Zeit habe ich auf einem unserer Twitter Streams häufiger beobachtet, wie einzelne Meldungen von den Usern gefeiert werden. Das geht manchmal so weit, dass ich zwei- oder dreimal scrollen muss, um einen anderen Tweet sehen zu können.

Da ich ein neugieriger Mensch bin, schaue ich mir diese viralen Tweets bzw. die Seiten und den Contnet dahinter meistens an. Der letzte war bspw. dieser hier:

Viraler Content wird besonders auf den sozialen Netzwerken verbreitet. Nicht jeder sollte auf diesen Zug aufspringen-.
Er wurde innerhalb einer halben Stunde über 170 Mal retweetet. Das ist zwar noch lange nicht die Spitze der viralen Möglichkeiten, aber meinen Stream hat es trotzdem eingenommen.

Bei jedem dieser Art viralen Tweets stellt sich mir auf’s neue die Frage: Sollte man als Unternehmen auf den Zug aufspringen und ebenfalls retweeten?

Einfach so, weil es ‚alle‘ machen, ist natürlich kein Grund für einen Social Media- und / oder Content Manager. Man sollte den Tweet und den eigentlichen Inhalt vorher genau ansehen und sich überlegen, inwieweit die Meldung zum Informationswunsch Ihrer Zielpersonen passt.

Nicht von Hashtags täuschen lassen

Nur weil dieser Tweet in Ihrem Stream auftaucht, bedeutet das nicht, dass der Artikel hinter dem Tweet thematisch auch für Ihre Zielpersonen interessant ist.

Tweets werden so formuliert, dass Twitter Nutzer auf den darin enthaltenen Link klicken – oder sie sollten zumindest so formuliert werden. Und nichts ist in dieser Kurzform leichter als Stichworte und Hashtags zu nutzen, um die Aufmerksamkeit der jeweiligen Zielpersonen zu erhalten. Leider passen sie manchmal eben nur teilweise oder gar nicht zum Thema des Streams.

Manche Hashtags werden gekapert, um mehr Personen zu erreichen. Meistens haben die Themen aber nichts miteinander zu tun.
In unserem Stream taucht bspw. immer mal wieder diese junge Dame mit ihren Angeboten auf. Und auch wenn ich dem Link noch nie gefolgt bin, bin ich mir sicher, dass das Ganze wenig mit SEO im Sinne von Marketing zu tun hat.

Inhaltliche Relevanz

Der Tweet, der mich zu diesem Artikel veranlasst hat, wurde teilweise innerhalb von einer Minute weitergeleitet. Ich bezweifle, dass man den Inhalt so schnell auf seine Qualität überprüfen kann.

Bei Nachrichten wie bspw. dem berühmten ‚dunk in the dark‘-Post von Oreo, die mit Bildern arbeiten, muss man nicht über Qualität oder Informationsgehalt nachdenken. Sie sind situationsbezogene Veröffentlichungen, die an ein Event anknüpfen bzw. auf den Buzz des Events aufspringen wollen. Außerdem wollen sie hauptsächlich unterhalten.

Tweets mit einem Link wollen größtenteils über ein bestimmtes Thema informieren. Vor dem Retweeten eines solchen Posts sollte man den Artikel dahinter jedoch genau ansehen und überprüfen, ob der Text einen Mehrwert für die eigenen Follower bietet.

Visuelle Attraktivität

Ich finde es auch wichtig darauf zu achten, wie der Blog Post gestaltet ist. Es gibt immer noch ein paar Seiten auf denen der Text in einem Block präsentiert wird. Da habe ich schon von Anfang an keine Lust mehr den Beitrag zu lesen.

Man ist viel zu schnell in der Zeile verrutscht. Und eine Pause kann man beim Lesen auch schlecht machen, weil man ohne Finger-an-den-Bildschirm-halten oder den Cursor dort zu platzieren nicht an die Stelle zurück findet.

Ebenso habe ich schon Beiträge gesehen, in denen der Text für das Auge angenehm formatiert war; aber nach jedem zweiten Absatz ein Bild eingefügt wurde. Abbildungen oder Graphen sind in einem Blogartikel wichtig, um das gelesene zu vertiefen oder zu erklären. Aber sie sollten dann bitte auch zum Thema passen. Ansonsten verwirren sie den Leser nur.

Was auch nicht so schön ist, in Maßen aber akzeptabel, sind Anzeigen im Text. Ich bin immer mal wieder verwirrt, wenn welche auftauchen, weil ich im ersten Moment dann denke es wäre ein Screenshot, der den Text irgendwie verdeutlicht.

Oft passt der Inhalt der Anzeige zwar zum Thema des eigentlichen Beitrags, hilft aber nicht den Text besser zu verstehen. Wenn davon zu viele im Artikel auftauchen, wirken sie spammig und der Artikel weniger glaubwürdig, wie ich finde.

Wenn der virale Tweet diese Kriterien erfüllt – seine Hashtags also richtig gesetzt sind, er inhaltlich relevant und visuell ansprechend gestaltet ist – dann kann man ihn als Social Media Manager guten Gewissens retweeten.

So können Sie viralen Content erstellen

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie Sie Ihren eigenen viralen Content erstellen können, damit auch Ihre Tweets bzw. Retweets meinen Stream einnehmen. (Solange Sie mit Inbound Content Marketing zu tun haben, kein Problem. Mit anderen Themen tauchen Sie nur darin auf, wenn Sie es machen wie Elizabeth Mills 😉 ) Denn eigentlich ist es natürlich der Content selbst der viral ist bzw. wird und nicht der Tweet, der ihn promotet. Dieser wird gelegendlich ja auch im Wortlaut geändert, Ihr Content bleibt immer der gleiche.

Hier also ein paar Tipps zur Erstellung von viralen Inhalten:

  • Die Kollegen von ProBlogger haben eine Infografik veröffentlicht, die sich zu Anfang auf das Metcalfesche Gesetz bezieht. Es beschäftigt sich damit, wie sehr die Größe des Netzwerks die Möglichkeiten der Interaktion beeinflusst.
    Neben der Anatomie von viralem Content und den unterschiedlichen Formen, die er annehmen kann, ist ein wirklich wichtiger Punkt der Einsatz von Emotionen. Wenn der Betrachter über die Inhalte lachen kann, es ihn zum Nachdenken bringt oder es ins eigene Weltbild passt, dann teilt er sie. Mit den Gründen für’s Teilen im Hinterkopf, kann man seinen Content darauf und auf die Insights aus den eigenen Buyer Personas abstimmen.Genaue Planungsanweisungen bietet die Infografik allerdings nicht.
  • Da kann dann Robert Wellers Artikel abhilfe schaffen, der in 7 Schritten (ok, eigentlich 8) durch den Aufbau von viralem Content führt. Von der Idee über die perfekte Überschrift bis hin zur Optimierung für Suchmaschinen und verschiedene Social Media Plattformen. Alles worauf man achten muss ist dabei und eigentlich muss nur noch der Inhalt her. Also ran an die Reißbretter – ich will die nächsten viralen Tweets sehen 😉
  • Und dann noch ein Artikel, der so ein bisschen eine Mischung aus den oberen beiden ist. Jeff Forster spricht über die Wissenschaft hinter viralem Content und führt bspw. eine Studie von BuzzSumo an. Darin wurde nach der häufigsten Emotion gesucht, die viraler Content hervorruft. Daneben hat er natürlich noch andere nützliche Tipps, was viraler Content enthalten muss, um bei den Zielpersonen gut anzukommen.

Fazit

Auch wenn man alle Tipps beachtet, kann niemand garantieren, dass ein bestimmter Content viral wird. Es kommt vor allem darauf an, dass er auf die entsprechende Buyer Persona abgestimmt ist. Sie können die tollsten Inhalte erstellen und versuchen über Ihre Kanäle verbreiten. Wenn er Ihre Zielpersonen aber nicht anspricht, dann bleibt es ein ganz normaler Beitrag.

Warum bspw. genau der Tweet bzw. der Content dahinter auf meinem Stream so oft erschienen ist, der mich zu diesem Artikel bewegt hat, kann ich nicht wirklich erklären. Zum einen, weil er wie oben schon erwähnt innerhalb von einer Minute mehrfach retweetet wurde und derjenige den Inhalt in dieser kurzen Zeit sicherlich nicht überprüft hat. Und zum anderen, weil der Tweet nicht hält, was er verspricht. In dem Artikel werden keinerlei Tipps gegeben oder gar SEO-Geheimnisse verraten, sondern nur allgemein ein bisschen zu SEO erzählt… wirklich hilfreich finde ich den Inhalt nicht. Entsprechend ist der Tweet also eher zu Klickbait-Zwecken so formuliert worden – gut, dass wir ihn nicht geteilt haben 😉

Haben Sie noch weitere Tipps, wie man viralen Content erstellen kann? Wie gesagt, eine Garantie gibt es nicht, aber vielleicht kann man darauf ja hinarbeiten 🙂




Im Social Media Marketing sollte man vor allem was die Nutzung von Bildern angeht aufpassen, welche Gesetze da greifen könnten.



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