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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

Kreativität? Ja bitte, wenn sie nicht stört

Auf medizinischen Blogs sollte man es dann doch sachlich halten.

Würden Sie sich bei einem Tierarzt-Blog besonders kreative Einträge wünschen?

Es gibt viele Motivationen, einen Blog zu lesen. Die zwei stärksten sind meiner Meinung nach Information und Inspiration. Wir landen bei Technik-, Fotografie-, Kino- oder sonst wie spezialisierten Blogs wenn wir beispielsweise nach Informationen zu neuesten Produkten oder Innovationen suchen; bei How-To-Videos oder sonstigen Berichten, wenn wir Hilfe bei etwas brauchen. Wollen wir bei solchen Blogs Kreativität sehen?

Eventuell. In Maßen. Natürlich darf ein informativer Blog gerne kreativ geschrieben sein, aus der Sicht des Produkts vielleicht, oder mit mehr Bildern als Text. Werden die Elemente allerdings zu originell, sodass sich die Informationen hinter einem Wald von Kreativität versteckt, werden Informationssuchende sich diese lieber woanders holen: auf Blogs, die aussehen, wie sie sie kennen. Wenn ich eine Anleitung suche, möchte ich nicht mit bunten, fliegenden Animationen oder dergleichen unterhalten, sondern schnell fündig werden.

Wenn es doch kreativ sein soll

Natürlich gibt es auch Blogs und Vlogs, die tatsächlich primär der Unterhaltung wegen angesehen werden. Je kreativer und sympathischer, desto beliebter sind solche Beiträge. Wenn die Motivation, sich einen Blog anzusehen, lautet: „Ich bin gespannt, was der Autor sich heute wieder hat einfallen lassen“, dann ist Kreativität definitiv von Vorteil.

Man muss das Rad nicht gleich neu erfinden. Es geht vielmehr darum, als Schöpfer eines unterhaltenden Blogs eine Art Charakter zu schaffen, einen Wiedererkennungswert. Dabei kann es sich um Flüche in jedem Satz handeln, um Kindersprache oder, besonders im Falle von Videos, um mehrere Charaktere, die miteinander interagieren.

Kreativ zu bloggen ist nicht schwer, solang man kreativ denken kann. Nicht jeder, der regelmäßig seine Meinung zu etwas veröffentlichen will, oder den neuesten Tratsch kommentieren möchte, ist ein kreativer Typ. Muss er auch nicht sein. Es kann ja auch schon reichen, so zu schreiben, wie man selbst spricht. Oder vielleicht auch genau das Gegenteil. Einfache Kniffe können einen Eintrag schon um Längen interessanter und vielleicht auch lustiger machen.

Warum nicht?

Es spricht aber auch nichts dagegen, das Rad tatsächlich neu zu erfinden. So könnte man beispielsweise aus seinen Blog-Einträgen ein Live-Event machen, bei dem der Text für die Leser während seiner Entstehung angezeigt wird. Der Leser bekommt dadurch einen Einblick in die Gedankengänge des Autors während des Schreibens und bekommt Sätze zu Gesicht, die im fertigen Text vielleicht gar nicht mehr auftauchen.

Denkbar wäre auch, den Blog-Eintrag wie einen Chat von zwei Personen mit unterschiedlichen Meinungen zu gestalten, statt einer einfachen Pro- und Kontra-Liste. Wer gerne mit Bildern arbeitet, kann auch seinen ganzen Beitrag wie einen Comic gestalten. Überhaupt ist es immer ein guter Gedanke, sich bei anderen Medien umzuschauen. Hinaus aus der Blogger-Welt. Es gibt immer andere Felder, aus denen man sich bedienen oder zumindest inspirieren lassen kann.

Kreativ sein als Job

Professionelle Texter und Gestalter werden, so erzählt man sich jedenfalls, für ihre kreativen Ideen bezahlt. Eine weitere Top 10 Liste oder noch ein Tutorial zu erstellen, ist da nicht gerade die erfüllendste Aufgabe. Gerade wenn es um Marketing geht, spielt das Gleichgewicht von Kreativität und Informativität eine besonders große Rolle. Hier kommt es auf die Zielgruppe und das Produkt an. Aus welchem Grund (be-)sucht meine Zielgruppe meinen Blog? Sucht sie Beratung und Hilfestellung oder Inspiration und Ungewohntes? Passt kreative Kommunikation ünerhaupt zu meinem Produkt oder sollte es doch eher nüchtern und sachlich bleiben um sich und das Produkt ausreichend seriös darzustellen.

Ein Blog kann letztendlich alles Mögliche sein. Ob Text, Bild, Video, Audio oder eine Mischung davon. Ob von einem Autor oder mehreren (vielleicht fiktiven). Live gestreamt oder aufgezeichnet. Wer kreativ sein will, dem sind beim Bloggen kaum Grenzen gesetzt. Technisch und gestalterisch ist so gut wie alles möglich. Man sollte sich aber vorher fragen, wie viel Kreativität zum Thema passt. Denn Kreativität soll Leser anziehen, nicht abschrecken.

Ob Kreativität im Content Marketing erwünscht ist, kommt auch auf die Branche an.

Gastbeitrag von Philipp Keens

28 Jahre alt, B.A. Soziologie und Text-Trainee bei BBDO Düsseldorf. Hat das Bloggen eine Woche lang selbst betrieben und dann, hauptsächlich aus Faulheit, wieder hingeschmissen. Sich um Meinungen und Ansichten zu allen Möglichen Dingen zu streiten überlässt er lieber anderen, lehnt sich dabei zurück und lässt ab und zu einen selten ernst gemeinten Kommentar ab. Apropos „Dinge nicht zu ernst nehmen“: Philipps Motto lautet: Never grow up.

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