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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

Infografik: Unternehmensblog versus Facebook

Ein Unternehmensblog ist für die Speicherung und Verwaltung von Content am geeignetsten. Facebook ist für das Seeding sehr gut.

(c) Patricia Redsicker

In der Fachpresse wird oft diskutiert, ob sich ein Unternehmensauftritt bei Facebook noch lohnt oder überhaupt gelohnt hat. An dieser Frage scheiden sich die Geister: Die eine Seite sagt Facebook ist als Channel tot und für den Traffic nicht (mehr) relevant. Andererseits gibt es noch viele Artikel und Infografiken, die das soziale Netzwerk als Seeding-Kanal sehen und es den Skeptikern gegenüber verteidigen bzw. erklären, damit man sich eine gut informierte Meinung darüber bilden kann.

Patricia Redsicker von WorldView Editing möchte in ihrer Infografik (s.u.) die Vorteile eines Unternehmensblogs als Ort der Veröffentlichung von Informationen vor- und der Nutzung von Facebook als solchen gegenüberstellen. Dazu führt sie 10 Gründe auf, die ich im Folgenden etwas genauer anschauen möchte.

10. Stabilität im Auftritt

Da ein Profil auf Facebook keine eigene Website ist, können Sie nicht kontrollieren, ob bzw. was sich in der Darstellung ändert. Die Änderungen kommen häufig und folgen schnell aufeinander. Und dabei beeinflussen sie nicht nur datenschutzrechtliche Aspekte, sondern auch oft die Darstellung der News-Feeds der Nutzer. Sie können also nicht wirklich bestimmen, wer Ihre Inhalte auf Facebook sieht, das tun die Kollegen im Silicon Valley.

Auf einem Blog ist das etwas anders. Er ist Teil Ihrer Website und hat daher ein beständiges Aussehen. Jeder, der auf Ihre Seite kommt, sieht das Gleiche und sollte das nicht so sein, sollte das höchstens an einem A/B-Test liegen. Die Darstellung der Beiträge liegt ganz bei Ihnen.

Der Vergleich zwischen einem Unternehmensblog und Facebook ist schwierig und eigentlich vergleicht man Äpfel mit Birnen. Schließlich ist Facebook gar nicht dazu gedacht, dass darüber lange Texte veröffentlicht werden – und wird vor allem auch nicht so genutzt. Wer sich auch nur ansatzweise mit Themen wie dem Social Web, Blogging und Social Media Marketing beschäftigt, findet beispielsweise schnell heraus, dass kurze Posts auf Facebook mehr Interaktion generieren.

Dementsprechend möchte ich der Behauptung zustimmen, dass Facebook als Plattform zur Veröffentlichung des Originalcontents nicht geeignet ist.

9. Mehr Gewinn über den Unternehmensblog

Hier würde ich eher mit einem ‚Kommt drauf an‘ antworten wollen. Facebook Marketing wird als riskant dargestellt, als ein unsicheres Investment. Wenn man es richtig macht, so die Infografik, dann kann ein Unternehmensblog mehr Gewinn abwerfen.

Wenn man es richtig macht – das ist der springende Punkt. Ebenso könnte man argumentieren, dass Facebook Marketing einen hohen Gewinn einbringen kann, wenn man sich vorher gut informiert, ordentlich kalkuliert und nicht übertreibt.

Es fallen wahrscheinlich mehr Ausgaben an, wenn man über das Netzwerk Marketing betreiben möchte. Schließlich kostet das Schalten von Anzeigen o.ä. noch ein mal zusätzlich zur Erstellung des Contents. Bei der Veröffentlichung von Marketing verbundenen Informationen auf dem Blog, den Sie selbst betreiben, fallen diese extra Kosten weg.

Ob das aber mehr Gewinn einbringt ist fraglich. Das Publizieren von reinen Marketinginhalten auf dem Blog kann auch nach hinten losgehen und Ihrem ‚Image‘ schaden. Hier wollen Sie ja hilfreiche Informationen veröffentlichen und nicht für Ihr Unternehmen werben. Facebook kann da sicherlich als Mittler dienen.

8. Verbesserung des Rankings

Über das Einbinden von Keywords in Ihren Blogartikel können Sie Ihr Ranking verbessern, keine Frage. Und wenn man es richtig macht (da haben wir’s wieder), dann helfen auch Inbound Links auf dem Weg an den ersten Platz. Aber wie macht man es richtig?

Zur Beitragsveröffentlichung sollte immer auch die Verbreitung des Contents zählen. Unter anderem bspw. über einen RSS-Feed, Newsletter und die sozialen Netzwerke. Die Betonung liegt hier selbstverständlich auf letzterem. Wie sollen andere denn auf Ihre Inhalte aufmerksam werden, wenn sie nicht verbreitet werden? Auch Facebook eignet sich mit seiner Teilen-Funktion dazu. Wenn nur einer Ihrer Kontakte Ihren Artikel teilt, dann haben Sie Ihre Reichweite automatisch um seine Kontakte erweitert.

Das trägt noch nicht zur Verbesserung des Rankings bei, aber es erhöht die Chancen, dass jemand Ihren Beitrag liest, gut findet und auf seiner Seite verlinkt. Die Behauptung, dass Facebook nicht zum besseren Ranking beiträgt kann ich so nicht ganz unterstützen. Ich würde eher sagen, dass es nicht aktiv hilft, passiv aber eine Möglichkeit bietet.

7. Lange Auffindbarkeit & 6. News-Feed

Diese beiden Punkte erhalten ein klares ‚Ja.‘ Es stimmt, dass Ihre Artikel über den Unternehmensblog länger und einfacher auffindbar sind, als über den News-Feed von Facebook. Ebenso ist es richtig, dass der Algorithmus von Facebook entscheidet, wer genau Ihre Nachrichten angezeigt bekommt. Auf dem Blog kann jeder Ihre Artikel sehen, ohne Ausnahme.

Ein kleines ‚aber‘ habe ich trotzdem: Auch hier muss gesagt werden, dass die Ideen hinter einem Blog und Facebook verschieden sind. Auf dem Blog veröffentlichen Sie regelmäßig neue Artikel und gleichzeitig archivieren Sie sie, sodass Interessierte sich von Beitrag zu Beitrag klicken können. So können sie sich auch ein Bild von Ihnen als Experten machen und Vertrauen zu Ihrem Unternehmen aufbauen.

Facebook ist dafür da, die neusten Meldungen der eigenen Kontakte in Echtzeit anzeigen. Je nach Menge der Kontakte verschwindet Ihre Meldung schnell in der Masse der Nachrichten. Das Gute ist aber, dass Sie auch wiederholt auf Ihre Inhalte hinweisen können. Hat jemand die Meldung beim ersten Mal verpasst, findet sie ihn vielleicht beim zweiten Mal. Auf Ihrem Blog wäre es für Leser eher verwirrend, wenn Sie mehrfach den gleichen Artikel veröffentlichen.

5. Der Unternehmensblog als Content Hub

Auch hier ein ganz deutliches ‚Ja.‘ Wie oben schon erwähnt, ist Ihr Blog die Sammelstelle für Ihre Artikel. Sie gibt Lesern die Möglichkeit Sie als einen Experten zu sehen und Vertrauen zu Ihnen aufzubauen.

Als sich inhaltlich schell wandelndes Netzwerk ist Facebook vor allem geeignet, Ihren Content unter die Leute zu bringen. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber dafür ist es schließlich hauptsächlich ausgelegt.

4. Mehrwert anbieten

Eine anständige Interaktionsrate auf Facebook zu erhalten ist nicht ganz einfach. Die häufigste Reaktion ist das einfache ‚Liken‘ von Content. Viel mehr Optionen bietet Facebook abgesehen vom Teilen auch nicht.

Mehrwert bieten gestaltet sich dementsprechend einfacher, wenn man einen Download, zusätzliche Tipps oder gut recherchierte, ausführliche Informationen anbieten kann. Dazu braucht man Platz. Und den bietet ein Blog. Zusätzlich hat man hier noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten um auf bestimmte Inhalte hinzuweisen.

3. Mehr Klicks

Wenn es vorher noch nicht so stark aufgefallen ist, dann sollte es jetzt spätestens klar werden, dass die Vergleiche etwas hinken. In der Infografik heißt es, dass ein fesselnder Link auf dem Blog wahrscheinlich eher angeklickt wird, als ein Link zu Ihrer Facebookseite.

Macht Sinn – schließlich wird der Link auf dem Blog zu weiteren Inhalten oder Angeboten führen. Der Leser soll ja auch von Beitrag zu Beitrag springen und im Idealfall auch ein Angebot herunterladen. Der Link zur Facebookseite dient hauptsächlich dazu, dass der Leser Ihrer Seite folgt und sozusagen Ihre Inhalte abonniert.

Die Absichten hinter den beiden Möglichkeiten der Links sind für mich so unterschiedlich, dass ich finde, man kann sie nicht miteinander vergleichen.

2. Erreichen eines größeren Publikums

So wie es sich anhört, kann man über einen Unternehmensblog automatisch seine Reichweite erhöhen. Das stimmt zwar in Bezug auf die Bereitstellung als RSS-Feed, aber nur weil der Blog und die Artikel da sind, heißt das noch nicht, dass sich die Reichweite um verschieden zusammengesetzte Publika (Publikums?) erweitert.

Das erreicht man, indem man die zur Verfügung stehenden Kanäle nutzt. Also Newsletter, E-Mails und auch die sozialen Netzwerke. Durch die unterschiedlichen Kontakte bzw. Empfänger ist die Reichweite so ausdifferenziert, nicht durch das Vorhandensein eines Blogs.

Wer seine Inhalte allein auf Facebook und ohne Blog veröffentlicht – so wage ich zu behaupten – hat das System nicht ganz verstanden.

1. Kontrolle

Keine Frage, einen der Website zugehörigen Blog kann man selbst kontrollieren. Das heißt, man kann die gesamte Gestaltung und Darstellung selbst festlegen und ändern, wann und wie man es möchte.

Facebook sieht so aus, wie es aus dem Silicon Valley vorgegeben wird. Dementsprechend kann man das Aussehen seiner Unternehmensseite nicht anpassen. Der Zusatz, dass man tun kann, was man möchte und nicht das, was Mark Zuckerberg möchte, ist hier irgendwie unnötig.

Das Ganze klingt, als würde man davon ausgehen, dass es Unternehmen gibt, die eine Facebookseite einrichten, ANSTATT eine eigene Webpräsens aufzubauen – und ich hoffe, dass das nur in den seltensten Fällen und, wenn überhaupt, nur übergangsweise passiert.

Mit einem Klick auf den Ausschnitt öffnen Sie die gesamte Infografik.

Ein Unternehmensblog ist für die Speicherung und Verwaltung von Content am geeignetsten. Facebook ist für das Seeding sehr gut.

(c) Patricia Redsicker

Fazit

Wie ich zwischendurch schon angemerkt habe, hinkt der Vergleich zwischen einem Unternehmensblog und Facebook. Die Absichten hinter den beiden Kommunikationskanälen sind in dem Sinne so verschieden, dass man sie nur schlecht, ja, eigentlich gar nicht vergleichen kann.

Warum habe ich also diese Infografik besprochen? Die Gründe, die darauf zusammengetragen sind, sind nicht schlecht, passen nur leider nicht zur Überschrift. Besser gewesen wäre Warum ein Unternehmensblog als zentrale Sammelstelle für Inhalte besser ist als Facebook. Und schwupps, passen die Gründe wieder viel besser ins Bild. Darum finde ich die Infografik an sich gut, die Überschrift hätte nur anders gewählt werden müssen.

Wie Sie für Ihr Unternehmen einen Unternehmensblog aufbauen können und was es dabei zu beachten gibt, können Sie in unserem kostenfreien E-Book nachlesen.







Gibt es für Sie noch weitere Gründe, warum man einen Unternehmensblog betreiben sollte?

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2 Kommentare

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  • Mael Roth - 10. Dezember 2014 Antworten

    „Wie ich zwischendurch schon angemerkt habe, hinkt der Vergleich zwischen einem Unternehmensblog und Facebook. Die Absichten hinter den beiden Kommunikationskanälen sind in dem Sinne so verschieden, dass man sie nur schlecht, ja, eigentlich gar nicht vergleichen kann.“

    => dem muss ich zustimmen. Die Infografik ergibt für mich keinen Sinn, es sind ja nicht zwei Alternativen zur Verfolgung eines Ziels. Beide Plattformen ergänzen sich, die Art der Inhalte ist auch nicht die Gleiche…

    Manche Aspekte sind jedoch interessant 😉

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