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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

Content Recycling – früher: Single source – Multi-channel publishing

Einen interessanten Blogartikel fand ich im Xing-Newsletter auf t3n.de

Die Headline macht auf mit:

Content-Marketing: 5 Ideen für günstige und effiziente Inhalte
Guter Content bringt automatisch mehr Traffic? Nein, ganz so einfach ist das nicht. Mit diesen fünf Ideen startet ihr dennoch erfolgreich und kostengünstig ins Content Marketing.

Die Tipps, die Andreas Graap dort propagiert, sind alle richtig und ich kann seinen Ausführungen auch zustimmen. Allerdings sind einige davon auch nicht erst seit der Erfindung des Internets aktuell. Schon vor Beginn des Internet-Zeitalters war das Ziel eines jeden Marketers, einen Inhalt für viele unterschiedliche Kanäle oder Medien zu adaptieren. Heute heißt das wohl „Content Recycling“. Ich möchte den fünf Tipps und Tricks, die eher technischer oder umsetzungstechnischer Natur sind, an dieser Stelle noch einen Aspekt vorwegschicken:

Es reicht bei weitem nicht aus, nur über Tools und Mechaniken zu sprechen, um ein wirklich wirkungsvolles Content Marketing zu betreiben. Es bedarf vor allem einer Content Strategie.

So heißt es zum Beispiel:

Mit handelsüblichem und kostengünstigen Video-Equipment produzieren Sie sich schnell ein How-To-Video.

oder

In die Videos können Anmerkungen mit Links gesetzt werden. Dazu muss man zuerst […]. Dann kann man in den Anmerkungen zum Beispiel eine Notiz erstellen und einen Link zur verknüpften Webseite platzieren.

Viele versuchen, die Komplexität des Content Marketings auf Tools, Mechaniken, Listen und Redaktionspläne zu reduzieren. Diese müssen dann nur noch eingesetzt oder abgearbeitet werden.

Sie brauchen nur dieses oder jenes Tool – damit können Sie Absprünge in Videos oder direkte Verlinkungen einbauen – ganz einfach und fertig. Um dann noch dies zu tun, benötigen Sie nur jenes Tool, welches Sie kostenlos unter … downloaden können.

Auch diese Tipps sind teilweise alle richtig. Allerdings beginnt Content Marketing mit einer Strategie und lebt am Ende vom Content. Die Tools sind und sollten nur als Mittel zum Zweck dienen. Viele Unternehmen haben einfach das Problem, dass sich einerseits nur wenige mit den Möglichkeiten, Mechanismen und Regeln des Internets auskennen und andererseits in der Regel die Ressourcen fehlen, die Dinge alle abzuarbeiten und dann auch noch die Tools zu beherrschen. Das Thema ist viel zu komplex geworden, als dass sich ein Marketing-Manager damit auskennen kann, geschweige denn alles alleine bewältigt. Nur Wenige geben eine Antwort darauf, wie ein Unternehmen es erst einmal schafft, heraus zu bekommen, welcher Content geeignet sein könnte, das Interesse der anzusprechenden Buyer Persona zu wecken.

In dem Blogbeitrag von Jochen Mai: „Content-Strategie: Von Relevanz bis Exzellenz“ geht es um den wirklichen Inhalt. Er schreibt:

Manche sprechen auch gerne von der Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie. Wer publiziert, will wahrgenommen werden, Reichweite und Wirkung erzielen. Ein sozial völlig legitimes Motiv. Auch deshalb heißt es Social Media. Doch das Senden selbst erfüllt keinen Zweck, am Ende geht es um Botschaften, um Dialog.

Es geht einzig und allein um den Dialog. Um den Dialog mit dem potenziellen Kunden. Diesen müssen wir einladen, mit uns in den Dialog zu treten. Wann und wie der Kunde dies macht, entscheidet er selber. Wir können ihm durch unser Content-Angebot nur Anreize geben, den Dialog zu beginnen. Das Stichwort für anreiz-schaffende Content-Angebote lautet „Relevanz“. Nur durch Relevanz für den Konsumenten schaffen wir eine Beschäftigung mit unserem Thema und damit mit unserem Unternehmen und unseren Produkten.

Es nützt also nichts, nur die Tools zu installieren und sich die Mechaniken anzueignen – die Inhalte müssen passen.

Für die Bewertung oder Entwicklung relevanten Contents muss man sich sehr intensiv mit der Zielperson – der Buyer Persona – auseinander setzen. Hierbei reicht es nicht aus, die Zielgruppe, wie es klassischer Weise im Push-Marketing erfolgt, allein mit soziodemografischen Merkmalen zu beschreiben. Was man vor allem braucht, ist eine lebendige Beschreibung eines idealtypischen Kunden, die auf recherchierten Daten basiert. Diese Beschreibung liefert den Hintergrund für die Themenfindung und Content-Produktion. Dazu gehören demografische und biografische Angaben, Verhaltensmuster, Motivationen, Wertevorstellungen und Ziele. Es ist wichtig zu wissen, wie potentielle Interessenten und Kunden das Web nutzen. Mit welchen Keywords sie recherchieren, welche Informationsquellen sie nutzen, welchen sie vertrauen und folgen. Diese Informationen werden in einer Persona-Studie ermittelt und in einer fiktiven Persona-Beschreibung festgehalten. Erst aus dem tiefen Verständnis einer Persona heraus entwickelt sich dann die Content-Strategie in der die verschiedenen Kanäle, möglichen Inhalte und Medien definiert werden. Und erst dann folgen Tools und Mechaniken.

Meine These lautet: Content follows Strategy and Tools follow Content

Wie Sie eine solche Strategie aufbauen, damit Ihr Content ihr dann auch folgen kann, erfahren Sie in unserem kostenfreien White Paper ‚Die Inbound Content Marketing Methode‘.









Uwe FreeseContent Recycling – früher: Single source – Multi-channel publishing
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1 Kommentar

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  • Mael Roth - 3. Juni 2014 Antworten

    „Es nützt also nichts, nur die Tools zu installieren und sich die Mechaniken anzueignen – die Inhalte müssen passen.“

    Ich arbeite gerade an einem Bezugsystem für eine mehr oder weniger systematische herangehensweise um die Netzwerke für Content Marketing (und Content Repurposing) nativ zu nutzen, daher spricht mir dieser Satz aus dem Herzen! Schöner Artikel, wie ich finde 🙂

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