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In diesem Blog geht es um den Wandel im Marketing. Die Inhalte sollen helfen, die unternehmensinterne Transformation hin zum Inbound- und Content Marketing zu inspirieren und zu unterstützen. Ihre Kommentare sind höchst willkommen!

Übernahme von Routinearbeiten durch Software

„Vom Ende der Routine! Erst nahmen uns Maschinen monotone Arbeit ab, nun tut es Software. Ob für Übersetzer oder Anwälte, das Netz macht in nahezu jedem Job Routinearbeiten überflüssig.“ So schreibt Kathrin Passig in Ihrer Kolumne auf Zeit Online. (Zur Kolumne)

Egal ob in der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, in der Zeit des Wirtschaftswunders in den 1950er und 1960er Jahren oder in Zeiten der flächendeckenden Einführung von Desktop-Computern in den 1980ern: immer gingen diese Entwicklungen auch zu Lasten gewisser Berufe. Jede Branche und jeder Beruf ist im Laufe seiner Entwicklungszeit sicherlich schon mal durch so einen Prozess gegangen. Der eine oder andere Beruf ist dabei sicherlich auf der Strecke geblieben, andere wiederum sind daraus gestärkt hervorgegangen und wurden aufgewertet.

Ich kann an der stattfindenden Entwicklung in Sachen Softwareunterstützung damit erst einmal nichts negatives sehen. Sie birgt Risiken für alt hergebrachtes – ja, aber auch mindestens genauso viele Chancen für Neues. Am Ende darf man nicht die Frage stellen: „ob?“, sondern nur „wie?“ man damit umgeht.

Als Heizer auf der E-Lok

Falsch war sicherlich der Weg der englischen Gewerkschaften, die in den 1950ern durchsetzten, dass weiterhin ein Heizer auf der E-Lok mitfahren musste. Diese Regelung wurde übrigens erst durch Margaret Thatcher nach über 20 Jahren abgeschafft.

Als kleines Startup im Jahre 2002 hatten wir von Anfang an eine Devise: Bevor wir neue Mitarbeiter einstellen, die dann mit organisatorischen oder Routinearbeiten ihren Tag verbringen, prüfen wir ob es eine computergestützte Lösung gibt, die uns im Arbeitsprozess schneller und effizienter macht. Diese Devise hat uns notwendige – nicht nur finanzielle – Spielräume für die wirklich wichtigen Mitarbeiter eingebracht.

Software zur Unterstützung im täglichen Leben

Heute hat man nochmals ganz andere Möglichkeiten als vor 10 Jahren. Jede erdenkliche Tätigkeit wird mit irgendeiner Softwareanwendung – heute kurz App genannt – einfacher, schneller und vor allem durch jeden Nichtspezialisten ausführbar. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dass man computergestützt seine eigene Meniskusoperation durchführen kann. Im Grunde genommen findet hier nur eine Demokratisierung von Spezialwissen oder –tätigkeiten statt. Das Beispiel mit der selbst durchgeführten Meniskus-OP ist vielleicht ein wenig drastisch aber in anderen Bereichen sehen wir es tagtäglich: Sei es die monatliche Umsatzsteuererklärung, die früher durch den Steuerberater getätigt wurde, nachdem er alle Ein- und Ausgangsbelege erfasst hatte und heute auf Knopfdruck aus der simpelsten Buchhaltungssoftware generiert wird. Oder sei es die automatisierte Übermittlung von Stromverbrauchsdaten. Für die früher Heerscharen an Mitarbeitern der Stadtwerke von Haushalt zu Haushalt zogen. Diese Veränderungen vollziehen sich sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld.

Aus meiner Sicht geht es nicht nur um die Befreiung von Routinetätigkeiten. Es geht um die Unterstützung im täglichen Leben, um den viel komplexer gewordenen Alltag in Berufs- und Privatleben, der ohne die vielen kleinen Helfer aus dem Web oder auf dem Smartphone nicht mehr zu bewältigen wäre. Sie schaffen Freiräume für Neues und vor allem für Dinge, die (noch) nicht durch eine App erledigt werden können. Warum also nicht Standarddinge oder Routinen automatisieren oder zumindest technisch unterstützen. Dies gilt auch für die Automatisierung von rechtssicheren Texten durch ein juristisches Portal. Nicht jeder Vertrag oder jede „Allgemeine Geschäftsbedingung“ muss immer wieder neu und individuell durch einen Juristen erarbeitet werden.

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Uwe FreeseÜbernahme von Routinearbeiten durch Software
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